Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die „Überwachung“ natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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Spying NSA (Song + Lyric)

Auf der Crypto-Konferenz Crypto 2013 rump session wurde ein Song über die NSA präsentiert. Mit der Melodie von „Surfin‘ USA“ wird „Spying NSA“ gesungen:

(Direktlink)

Was mir besonders gefällt ist das Aufzählen der Abhörstationen im Refrain. Sehr schön, ich habe die mal verlinkt. Die Ironie der Geschichte ist, dass der Auftritt mit Google Glass aufgenommen wurde und ein (von der Rump Session abgespaltener) Teil der Konferenz unter anderem von Google und Microsoft gesponsort wurde. :-D

Hier der Songtext zum Mitsingen:
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Tempora: Britischer Einschüchterungsversuch [UPDATE 3]

Der Lebensgefährte des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald (welcher die Dokumente von Edward Snowden auswertet und öffentlich macht) wurde auf dem Flughafen in London festgehalten. Neun Stunden lang.

Neun Stunden ist die maximale Zeit, nach denen jemand am Flughafen auf Basis des Terrorism Act aus dem Jahre 2000 festgehalten werden kann. Die Höchstdauer ist eher ungewöhnlich. Laut dem Guardian werden 97% der nach diesem Gesetz untersuchten Durchreisenden nur bis zu einer Stunde verhört, nur jede 2000. Person wurde länger als sechs Stunden festgehalten.

Auch das gesamte technische Equipment – vom Handy bis zur Spielekonsole – haben sie beschlagnahmt. Das Gesetz wurde im Juli 2000 verabschiedet. Ein Jahr vor 9/11, als es keinen direkten Grund für Terrorismus-Gesetze gab. Dass die Briten nach den Tempora-Enthüllungen nicht gerade erfreut sind, ist logisch. Dass sie sich aber solche Blöße geben, hätte ich auch nicht gedacht.
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Röslers EU-Internetstruktur

Philipp Rösler (FDP) ist Bundeswirtschaftsminister und hat DIE Lösung zum Prism-Tempora-Überwachungsskandal: Eigene Internet-Infrastruktur. Nein, wirklich!

„Wir brauchen ergänzend auch eigenständige deutsche und europäische Lösungen und Angebote bei der IT-Infrastruktur“, sagte Rösler […].

Wie schön, dass Röslers Traum schon Wirklichkeit ist: Über die Backbone-Netze haben wir schon längst eine europäische IT-Infrastruktur. Kann man sich hier ansehen. Und DE-CIX, der in Frankfurt steht, wird auch abgehört.
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Zitate aus der Beckmann-Sendung über PRISM

Ich schaue so gut wie nie Talkshows, aber die letzte Beckmann-Sendung „Der gläserne Bürger – ausgespäht und ausgeliefert?“ habe ich mir in der Mediathek angesehen (welche Idioten produzieren eigentlich Einspieler, die „aus rechtlichen Gründen“ online nur Audio-only sind?! Im Jahre 2013, wo nahezu jede Fernsehsendung mindestens zeitweise online gestellt wird?! Boar!).

Der Talk ist okay, Constanze Kurz kommt leider nur wenig zu Wort, dafür reden Frank Schirrmacher und Hans Leyendecker recht viel. Auch gab es in der Runde den Konsens, dass Snowden mehr oder weniger ein Held sei und über Gegen-Argumente wie „Ich hab doch nichts zu verbergen“ wurde gar nicht geredet. Spannend war die Sendung also nicht, trotzdem bin ich ganz froh, dass kein Politiker da war.

Fefe schrieb über die Sendung, sie sei „eine Goldgrube an schönen Zitaten“. Damit hat er recht. Und damit wir diese Zitate auch über die Depublizierung hinaus parat haben, habe ich hier mal einige notiert. Jeder Absatz ein Zitat. Viel Spaß.
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