29C3 im Dezember in Hamburg

Der Call for Papers zum nächsten Chaos Communication Congress ist gestartet. Dabei gibt es eine große Änderung: Nachdem das Berliner Congress Center (bcc) in Berlin in den letzten Jahren immer aus allen Nähten geplatzt ist, findet die Hacker-Konferenz dieses Jahr in Hamburg statt, laut Tim Pritlove im Congress Center Hamburg (CCH). Der Termin ist wie üblich vom 27.-30. Dezember.

Damit hat sich der Congress also endlich für das Wachstum entschieden, so wie auch die re:publica. Die Station, in der die re:publica 2012 stattfand, wäre laut Markus Beckedahl wegen dem Beheizen im Winter jedoch zu teuer für den Congress gewesen.

Jetzt wird es spannend, ob es auch einen Bugfix für den Ticketverkauf gibt. In den letzten Jahren war die Seite zum Online-Verkauf stark überlastet – nichtzuletzt durch diverse Scripte, die im Netz verteilt wurden, um manuellen Käufern die Tickets wegzuschnappen. Trotz größerem Kartenkontigent dürfte das auch jetzt wieder zum Problem werden, es sei denn, die Congress-Orga hat sich was besseres überlegt.

Links 9

CCC.de: Chaos Computer Club e. V. distanziert sich vom Hamburger Verein „Attraktor e. V.“
Gegen ein Vorstandsmitglied des Attraktor e.V., in dessen Räumen der CCC Hamburg untergebracht ist, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Dieses Vorstandsmitglied ist zwar 2008 aus der rechten Szene ausgestiegen, soll aber weiterhin für rechtsradikale Internetseiten verantwortlich sein.

Das Büro des CCC wird nicht mehr im „Attraktor“ betrieben, eine weitere gemeinsame Nutzung der Räume wird beendet.

Ein guter Schritt, den ich begrüße. (Hier die Gegendarstellung von Attraktor.)

taz.de: AUS ANGST VOR FACEBOOK-PARTY: Bürgermeister macht Dorf dicht
Die Facebook-Partys gehen schon soweit, dass kleine Städte (hier: Saaße in Niedersachsen, 135 Einwohner) aus Angst die komplette Stadt abriegeln.

SPIEGEL: Kritik an EU-Berater Guttenberg
Lange nichts mehr von unserem Copy- und Tortenpolitiker gehört. Nicht nur wir, sondern auch die Politiker und „Netzaktivisten“ im EU-Parlament. Das beste Statement kommt von Stephan Urbach:

„Ich hatte mir von ihm nichts erwartet, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht. Haken wir es ab.“

Abgehakt.

Quora.com: AOL History: How much did it cost AOL to distribute all those CDs back in the 1990’s?
Wer sich schonmal fragte, woher denn die vielen AOL-CDs damals kamen, dem hat der damalige Produktmanager schon 2010 eine Antwort bei Quora gegeben, was jetzt über Twitter flog:

When we launched AOL 4.0 in 1998, AOL used ALL of the world-wide CD production for several weeks. Think of that. Not a single music CD or Microsoft CD was produced during those weeks.

Wow, das nenne ich Marketing. Genervt haben die CDs trotzdem.

Vorerst keine Nacktscanner

Die Nacktscanner, die jetzt ein Jahr lang in Hamburg am Flughafen getestet wurden, kommen jetzt doch erstmal nicht. Hans-Peter Friedrich hat entschieden, dass die Geräte abgebaut werden und erst noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit weiterentwickelt werden sollen, bevor es einen neuen Test gibt.

Dieser Umschwung kommt aber nicht, weil sich Friedrich plötzlich Gedanken über Privatsphäre macht, sondern weil die Nacktscanner selbst Bügelfalten, Knöpfe und Schweißflecken für Sprengstoff halten und somit unzählige Fehlalarme auslösen. m(

Der "Clean Tech Media Award" und der Umweltschein

Es gibt gerade eine Abstimmung über den „Clean Tech Media Award“. Dieser soll eine Brücke zwischen Industrie und Ideengebern schlagen, die Ideen zur Umwelt haben. Genauer:

Ausgezeichnet werden Pioniere der Umwelttechnik, die mit Innovationskraft und Begeisterung „grüne“ Technologien entwickelt haben. Ebenso wie Prominente, Medien- und Kulturschaffende, die durch ihr Engagement Botschafter eines ökologischen Lebensstils sind und die Popularität nachhaltiger Technologien fördern.

Ein Preis für Umweltprojekte also. Tja, nur dumm, dass die Hauptsponsoren Vattenfall und Opel sind (Bonus-Lacher: Als Medienpartner hat sich lediglich Springer mit „DIE WELT“ und „Hamburger Abendblatt“ bereit erklärt). Gut, dank Atomkraftwerken und Autoabgasen ist die Glaubwürdigkeit dieses „Umwelt“-preises zwar schon weg, aber mit dieser Nominierung wird noch einer draufgesetzt:

Während RWE weiter auf Atomkraft setzt und wegen der Abschaltung von Biblis A beim Moratorium Klage eingereicht hat, will sich das Tochterunternehmen RWE Effizienz GmbH dort als „Pioniere der Umwelttechnik“ feiern lassen.

Wer den „Clean Tech Media Award“ jetzt ernsthaft noch für einen Umweltpreis hält, sollte nochmal von vorne lesen. Es ist sicherlich auch kein Wunder, dass weder BUND, noch Greenpeace, noch irgendeine andere Naturschutzorganisation diesen Preis unterstützt.

Zensus-Klone in der Uni Hamburg

Gestern habe ich eine anonyme E-Mail bekommen: Die Zensus-Bilder mit den Klonen, dessen Entstehungsort mir das statistische Bundesamt nicht verraten wollte, wurden an der Universität Hamburg gemacht.

Genauer war es der Ernst-Cassirer-Hörsaal, das erkennt man an den dortigen Fotos. In der Preisliste (PDF) sieht man dann, wie viel alleine die Mietkosten für den Hörsaal gewesen sein mussten:

Ich vermute, dass der Hörsaal wahrscheinlich für den ganzen Tag (also 2.000 €) gemietet wurde, denn um den TV-Spot aufzuzeichnen und die Fotos zu machen muss auch das entsprechende Equipment auf- und abgebaut werden. Ich vermute nämlich weiter, dass nicht wie unsereins einfach Camcoder und Spiegelreflexkamera genommen wurde, sondern richtig professionelle Kameras und Scheinwerfer.

Diese Summe ist natürlich ein Klacks dagegen, dass die ganze PR-Kampagne 5,5 Millionen Euro kostet.

Danke an den anonymen Tippgeber! (Anonyme Tipps kann man mir auch gerne über Privacybox zukommen lassen – Rückschlüsse auf den Absender sind unmöglich.)