Doku: Die Paketsklaven

Nehmt euch mal 44 Minuten Zeit und guckt euch diese Doku an: Ein Journalist hat sich in guter alter Wallraf-Manier undercover bei einem Subunternehmen von DHL eingeschleust um mal zu gucken, wie da die Arbeitsbedingungen sind.

Die Subunternehmer bei DHL sind natürlich nur ein Beispiel, schließlich haben auch andere Logistikunternehmen Subunternehmer. Ziemlich viele sogar, wie Wolfgang Abel von ver.di Hamburg in der Doku an Zahlen zeigt:
Hermes, DPD, GLS = 100% Subunternehmer
– UPS = 30% Subunternehmer
– DHL = 10% Subunternehmer

Diejenigen, die direkt bei DHL bzw. UPS angestellt sind, haben weitaus bessere Arbeitsbedingungen und werden nach Tarifen bezahlt. Insofern ist DHL also noch der bessere Paketdienst unter allen, weil dort die wenigsten Subunternehmer arbeiten – bislang jedenfalls.

Wie die Bedingungen derjenigen ist, die bei der Deutschen Post direkt angestellt sind und bei DHL fahren, kann man sich in den Ferngesprächen IX bei WRINT anhören. Dort erzählt ein Anrufer am Anfang von seiner derzeitigen Ausbildung bei DHL.

Ich werde zukünftig auch weiterhin DHL bevorzugen. Und ich werde mal gucken, was auf der Jacke unseres DHL-Botes steht. Hoffentlich nicht das böse Wort „Servicepartner“.

Die Top 5 Firmen mit den meisten Beschwerden

Laut ReclaBox (de), jetzt zum Artikel-VÖ-Zeitpunkt:

1. TelDaFax (1054 Beschwerden)
2. Hermes Logistik Gruppe Deutschland (637 Beschwerden)
3. FlexStrom (403 Beschwerden)
4. Stromio (301 Beschwerden)
5. Vodafone D2 (283 Beschwerden)

Auffallend: Gleich drei Stromanbieter (TelDaFax, FlexStrom und Stromio) sind in den Top 5 und die wohl am meisten mit Beschwerden konfrontierte Deutsche Bahn liegt mit lediglich 106 Beschwerden auf Platz 11.

Zu zwei der in der Top 5 vertretenden Firmen könnte auch ich mich beschweren: Hermes ist wirklich neben UPS einer der schlimmsten Kurierdienste (die kommen, wann sie wollen, klingeln wenn man nicht da ist nicht beim Nachbarn sondern versuchen lieber x-mal das Paket zuzustellen oder liefern es im PaketShop ab – da funktioniert DHL am Besten hier) und Vodafone kann man als DSL-Anbieter vergessen (die versprochene Bandbreite kommt einfach nicht an, zahlen muss man trotzdem, Lösung bei den Call-Center-Blondinen* unmöglich).

Kommen wir zurück zu ReclaBox: Die Plattform habe ich gerade gefunden, dort kann man Beschwerden einstellen und die Firmen können wiederum Gegendarstellungen schreiben. Im besten Fall sorgt diese Öffentlichkeit dann dafür, dass das Problem gelöst wird.

Okay, natürlich gibt es auch dort Beschwerden, wo man nur den Kopf schütteln kann: „Andy Borg überzieht schon wieder!“, Beschwerde über Lady-Gaga-Song auf RTL2 und die Forderung der Übernahme der politischen Verantwortung Adolf Sauerlands nach der Loveparade-Katastrophe sind nur ein paar Beispiele.

Trotzdem eine tolle Plattform, die scheinbar nur wenig genutzt wird, denn zu den meisten Firmen sind nur ein bis zwei Beschwerden vorhanden, obwohl es doch sicherlich viel mehr (berechtigte) Beschwerden über die Unternehmen gibt. Auch mir war die Plattform bis eben nicht bekannt, aber in Zukunft werde ich mal öfters drüberschauen, wenn ich etwas über eine Firma wissen will.

Kleiner Fun-Fact zum Schluss: TelDaFax (Energieunternehmen, oben auf Platz 1) hat aus finanziellen Gründen vor einem Monat Insolvenz angemeldet, da waren die ganzen Rechnungsprobleme (auch vor der Insolvenz) wohl nicht ganz unbegründet.

* Ich mag Blondinen. Wirklich. Die Frauen (ja, wir kriegen immer Frauen, wohl weil der Anschluss auf einen Mann angemeldet ist…?) im Vodafone-Call-Center erfüllen jedoch jegliche Klischees, wenn man hört, wie die ein Schritt-für-Schritt-Hilfsprogramm am PC durchklicken und einem diktieren, was man denn alles versuchen soll…