Bundestagswahl 2013: Wahlwerbespots unter der Lupe [UPDATE]

Wahlwerbespot-Check: Was haben sich die Parteien denn kreatives ausgedacht, uns zu überzeugen? Nicht allzuviel, aber schauen wir uns das mal im einzelnen an.

Bundestagsparteien

Die CDU setzt in ihrem Spot komplett auf Angela Merkel. Ziemlich egoistisch. Immerhin wurde „Neuland“ aufgegriffen, aber während Merkel „Ich will ein Land, in dem die belohnt werden, die etwas leisten“ sagt, schuften hierzulande neuerdings die Werkvertragsarbeiter unter Tariflöhnen, nachdem das bei Leiharbeitern nicht mehr geht. Auch sehr bemerkenswert: „Das Richtige ist nicht immer was am Lautesten gefordert wird. Das Richtige ist, was am Ende den Menschen hilft.“ Merkel ist also absolut egal, was die Bürger fordern – Mutti wird schon wissen, was für die Menschen das Beste ist.
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Weshalb man die Grünen nicht wählen kann

Weil auch sie nur Politik betreiben. 2001 waren die Grünen in der Regierung und genehmigten Castor-Transporte. Da hieß es:

„Gegen diese Transporte sollten Grüne in keiner Form sitzend, stehend, singend, tanzend demonstrieren.“ – Jürgen Trittin

„Wenn das Ziel einer Blockade ist, eine notwendigen Transport zu verhindern, dann konterkariert diese Demonstrationsform tatsächlich den gefundenen Konsens.“ – Claudia Roth

Zu sehen in diesem Video:

Und im letzten Jahr bei der Castor-Demo in Gorleben sagte Jürgen Trittin, die Demonstration sei „die richtige, die demokratische Antwort der Menschen, die sich provoziert fühlen müssen durch die Laufzeitverlängerung […]“:

Die Grünen sind halt auch nur eine Partei.

Das Gagfeuerwerk um Guttenberg

Wisst ihr, was an der Guttenberg-Plagiat-Story gerade so genial ist? Wir können uns genüsslich zurücklehnen und Popcorn essen, während ein Lacher nach dem anderen kommt. Die Politiker haben jetzt nämlich das Bashen für sich entdeckt:

Für die Opposition sind die Schummelvorwürfe gegen Guttenberg eine Steilvorlage. Sie spricht bereits von „Guttengate“.

[…]

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin verhöhnte den Minister als „Dr. Googleberg“ und forderte ihn auf, umgehend Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen.

Supi, das wird direkt mal auf dem Politikerbashing-Spickzettel notiert. Günter Krings, Vize-Fraktionsvorsitzender von der CDU, scheint wohl ein großer „Schlag den Raab“-Fan zu sein:

Das sei lediglich „eine neue Episode in dem bekannten Spiel Schlag‘ den Guttenberg“.

Eigentlich könnte man da ja wirklich mal ein schönes Satirespiel drauß machen, worauf wartet die TITANIC? :-)

Seit gestern gibt es auch ein Crowdsourcing-Projekt zum Auflisten der Guttenberg-Plagiate. Super Sache, wenn auch von den Medien eher unbeachtet (Datenjournalismus interessiert die deutschen Medien halt nicht, wie immer). Seht euch auch mal die „Tastatur Modell KTzG“ an. :-)

Der nächste Lacher war ja dann wohl die Bundespressekonferenz:

(YouTube)

Dabei ist auch interessant zu sehen, wie der Seibert mittlerweile voll im System integriert ist und genauso Phrasen als Antwort an seine ehemaligen Kollegen gibt wie es der Verteidigungspressetyp macht. Der Seibert muss echt absolut keine Moral mehr haben.

Und ein weiterer Lacher kommt dann heute aus CDU- und FDP-Kreisen, die vermuten, dass Guttenberg trotz gegenteiliger Bekunden einen Ghostwriter hatte.

Das Gagfeuerwerk hört nicht auf und das Saubermann-Image von Guttenberg löst sich immer mehr in Luft auf. Und vielleicht merken die Leute ja jetzt mal, welche Kompetenzen da in der CDU/CSU arbeiten.

Ich fülle dann mal die Popcorn-Reserven auf, da brauchen wir vermutlich noch sehr viel.