Mitternachtsspitzen über Flüchtlinge (Zitate)

Die Kabarettsendung Mitternachtsspitzen ist aus der Sommerpause zurück und natürlich drehte sich die August-Sendung (Archive) größtenteils über die Flüchtlinge in Deutschland. So erklärt Käpt’n Blaubär, dass er in Sachsen einst braune Säcke vergessen hat:

(Direktlink)

Auch in den Solo-Auftritten der Kabarettisten gab es einige gute Zitate, die nun folgen.
Weiterlesen

Unterschiede?

Wilfried Schmickler in den Mitternachtsspitzen vom 10. Mai 2014 über die Ukraine-Krise:

Wie heißt der gewählte Präsident, der Unschuldige ohne Gerichtsverhandlung in Lagern interveniert, wo sie systematisch gefoltert werden? Wer ist verantwortlich für den Aufbau eines globalen Überwachungsapparates? Wer duldet in seinem Land die Vollstreckung der Todesstrafe auf eine Weise, wie sie barbarischer und unmenschlicher nicht sein kann?
Weiterlesen

Volker Pispers über Wulff und Gauck

Volker Pispers hat mal wieder einen schönen Kabarett-Beitrag zur aktuellen Lage geliefert. Dort als Podcast (1,3 MB), hier unten auf YouTube und ich habe mal ein Transkript davon gemacht. Viel Spaß. :-)

Jetzt sagen Sie nicht, es ist schon wieder Veilchendienstag.

Selten war der Spruch von den „tollen Tagen“ so zutreffend wie dieses Jahr. Ausgerechnet an Altweiber, dem ersten Höhepunkt des Straßenkarnevals, beschließt die Staatsanwaltschaft Hannover, dass Schluss mit lustig ist für den als Bundespräsidenten verkleideten größten Jeck des Landes.

Promt steigt am Freitag ihre Tollität Prinz Peinlichkeit Christian das Allerletzte nochmal in die Bütt, um in seiner Rücktrittsrede einen echten Kracher loszulassen: „Ich bin immer aufrichtig gewesen.“ Helau, jubelt das Volk mit Tränen in den Augen, super der Witz!

Dann der Auftritt der Bundeskanzlerin, die den peinlichsten Bundespräsidenten Allerzeiten keine 20 Monate zuvor mit all ihrer Kraft und Erpressungskunst im dritten Wahlgang durchgedrückt hatte. Mit zur Altweibermaske versteinertem Gesicht bekundet sie ihren großen Respekt für alles, was unser Payback-Präsident sich so geleistet hat. Dabei würde sie ihm wahrscheinlich am Liebsten mit Anlauf in die Körperteile treten, die er ganz offensichtlich nicht in der Hose hat.

Leider wiederholt Angela Merkel nicht den großen Brüllerwitz, den sie bei Wulffs Amtsantritt erzählt hat: „Christian Wulff hat ein klares Wertesystem, das ihm Orientierung gibt.“ Tätä, tätä, tätä, was haben wir gelacht! Und danach ging in der Jeckenhochburg Berlin mit der Suche nach dem neuen Ehrensold-Anwärter der Sitzungskarneval erst richtig los.

Nach Glamor Betty und Torfsack Wulff, Sie mit Arm-Tattoo und Er mit Hirn-Piercing, sollte das Amt wieder in Würde und Anstand erstrahlen. Und da konnte es nur einen geben, den amtierenden Präsidenten der Herzen und vom Narrenvolk verehrten Gauckler. Denn SPD und Grüne sind wild entschlossen, sich weiter vorzugauckeln, der Pastor aus dem Osten sei einer der Ihren. Aber vielleicht ist er das ja auch und SPD und Grüne haben mit dem Vorschlag Gauck gar nicht die Kanzlerin vorgeführt sondern nur sich selbst entlarvt.

Joachim Gauck hat Hartz IV gelobt, Thilo Sarrazin als mutig bezeichnet und die Proteste der Occupy-Bewegung gegen die Banken und den das Leben von immer mehr Menschen ruinierenden Kapitalismus als lächerlich und albern abgetan. Da weiß man doch, woran man ist. Ja, da saß sie auf dem Podium und strahlte, die ganz ganz große Koalition aus CDU/CSU, FDP, SPD und Grünen mit dem Apologet in der Zweidrittel-Gesellschaft als Heilsbringer in ihrer Mitte.

Angela Merkel aber, die ist mal wieder mit einem blauen Auge davongekommen. Und das passt doch prima zu Veilchendienstag. Bis neulich.

Georg Schramm zu möglicher Bundespräsidenten-Nominierung

Ah, endlich hört man auch etwas von Georg Schramm, den wir ja alle gerne mal als Bundespräsidenten hätten. Sein Agent hat sich zu einer Anfrage von Telepolis wie folgt geäußert:

„Georg Schramm benötigt etwas Zeit um sich zu entscheiden, wie er auf die vielen Anrufe und Mails reagieren wird, die ihn zu einer Kandidatur um das Amt des Bundespräsidenten drängen; wir werden diese Entscheidung öffentlich machen, ich bitte noch um ein paar Tage Geduld.“

Oh ich hoffe doch, dass er nichts dagegen hat und ihn die Piraten vorschlagen. Er wird ja eh nicht gewählt, aber die Nominierung an sich wäre schon ein Oberknaller. :-)

Volker Pispers zur Abgeordnetenwahl in Berlin

Kabarettist Volker Pispers hat sich mal die Abgeordnetenwahl in Berlin angesehen und darüber gestern bei WDR2 gesprochen. Das kann man sich als Podcast runterladen (MP3, 1,3 MB) oder bei YouTube ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=kXZEZkIWYqU

Und bevor die Sachen verschwinden habe ich ein Transkript gemacht, so wie damals zum Parteitag der Piratenpartei. Los geht’s:

Jetzt sagen Sie nicht, es ist schon wieder Dienstag. Wann bin ich jemals so gerne eines besseren belehrt worden? Bis zuletzt hatte ich befürchtet, dass sich die primitiv-populistische anti-europäische Stimmungsmache der FDP bei der Wahl in Berlin auszahlen könnte. Aber die haben da derart überlegt und emanzipiert die Wahlzettel bekritzelt, dass ich wieder weiß, warum der Wähler souverän genannt wird. Wenn von fast 2,5 Millionen Wahlberechtigten nur noch knapp 27 tausend bereit sind, ihr Kreuz bei der FDP zu machen, muss man sich seiner Freudentränen nicht schämen. Und nein, es ist keine Schadenfreude, es ist die reine Freude darüber, dass dem Souveränen am Ende doch noch nicht alles egal ist. Am Ende will er sich doch nicht von einem Stabsarzt die Wirtschaft erklären lassen. Die Partei der Abzocker, die uns seit Jahren weiß zu machen versucht, es ginge dem Staat dann am Besten, wenn die Reichen möglichst wenig Steuern zahlen, hat in Berlin gerade mal 5 tausend Stimmen mehr geholt als die Tierschutz-Partei. Und behaupten Sie nicht, Sie wären auf diesen meterlangen Wahlzetteln schonmal soweit vorgedrungen, dass Sie wüssten, dass es die wirklich gibt. Philip Rösler versprach zu liefern und er hat Wort gehalten, er hat geliefert, und zwar seine Partei ans Messer. Und kein Westerwelle weit und breit, dem man das Desaster in die Schuhe schieben kann. Jetzt muss Angela Merkel mit einem Koalitionspartner leben, der klinisch tot ist, aber wie ein Huhn, dem man den Kopf schon abgeschlagen hat, flügelschlagend umherirrt. Auf die Frage nach den Auswirkungen der Beliner Wahl auf die schwarz-gelbe Koalition im Bund hat sie prompt gesagt: Wir werden die Regierungsarbeit weiter mit der FDP erledigen. Ehrlicher wäre gewesen zu sagen: Wir werden weiter mit der Regierungsarbeit die FDP erledigen. Aber der Berliner Souverän hatte noch mehr in Petto: Dem Salon-Löwen Wowereit wurden die Zähne gezogen. Die Linkspartei, die in Berlin 10 Jahre lang Geräusch- und Zahnlos mitregiert hat, hat in dieser Zeit die Hälfte ihrer Wähler verloren und den Grünen, die längst versuchen sich als eine Art sympathische FDP zu positionieren, die wenn sich die Chance bietet auch mit der CDU koalieren würde, wurden die Piraten auf den Hals gehetzt. Es wird lustig sein zu hören, wie Trittin und Künast den Piraten jetzt all das vorwerfen, was sie sich selber anhören mussten, als sie noch eine echte politische Alternative waren. Die CDU darf sich über Gewinne freuen, und muss doch damit leben, dass 70 Prozent der Stimmen links von ihr gelandet sind. Selten wurde so elegant und differenziert gewählt, da kann man nur ausrufen: Ick bin ein Berliner. Bis neulich.

Wahrlich eine gute Analyse. :-)