Links 11

sixuts.cc: Zweiter Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger
Mario Sixtus hat den zweiten LSR-Entwurf geleakt, Heise wollte ja nicht.

Telepolis: Der CDU-Abgeordnete und das Organisierte Verbrechen
Interessante Verbindungen zwischen Bushido und dem CDUler Christian von Stetten, bei dem Bushido sein Praktikum gemacht hat.
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Links

Ich fange jetzt auch mal an Links zu verbloggen, für die sich ein eigener Blogpost nicht lohnt. Macht ja irgendwie jeder, damit man die Sachen wiederfindet, die in Facebook, Google+ und Twitter gnadenlos im Timeline-Stream untergehen.

Die erste Version vom 28C3-Fahrplan ist draußen und mit ihm das Motto: „Behind Enemy Lines“. Juhu! Ich werde dieses Jahr aber wieder nicht da sein sondern auf meiner Festplatte Platz für die Recordings machen.
Jemand von der Spackeria ranted gegen den CCC, weil es keinen Spackeria-Vortrag gibt.
CDU/CSU und FDP haben die Visa-Warndatei beschlossen, Visa-Antragsteller werden somit automatisch mit einer Antiterrordatei abgeglichen. Der Bundestag hat es auch abgesegnet, fehlt nur noch der Bundesrat. So sehr verteidigt die FDP also die Bürgerrechte.
CDU-Familienministerin Kristina Schröder verdreht eine Studie, die Wissenschaftler der Studie werfen ihr „islamophobe Tendenzen“ vor.
Erstes Gerichtsverfahren zu Kino.to: Der Webdesigner ist zu 2,5 Jahren Haftstrafe verurteilt worden.
#0zapftis gibt es auf Google+, aber (gefühlt) nicht mehr in den Medien.
@monoxyd hat ein Interview mit einem Anonymous-Typ republiziert.
Max und mspro reden wieder miteinander. Jedenfalls solange, bis mspro eine Google+ Page für WMR anlegen wird.
Amazon hat einen Adventskalender mit täglich wechselnden tollen Angeboten, also am Besten den Link direkt bookmarken.
Ey Lou Flynn vertickt sein CC-Album in verschiedenen Weihnachtseditions. Kauft euch welche, schon alleine damit er mit dem Jammern aufhört. ;-)

Das Sommerloch bei Meedia

Wisst ihr, warum hier manchmal tagelang nichts erscheint? Richtig, weil ich euch nicht mit irgendwelchem Quatsch zulabern möchte, sondern nur mit interessanten Dingen. Ganz anders handhabt das scheinbar Meedia.de: Dort wird man schon zur „Topstory“, wenn man als Privatperson komplette Filme auf YouTube hochlädt. Ich scherze nicht:

Dann doch lieber Stille im Sommerloch als solchen Quatsch.

Wenigstens könnt ihr ja auch mal ein paar Märchen gucken, solange die noch online sind. Alternativ könnt ihr auch mal auf deren Website stöbern, da finden sich auch Asterix-Filme und Filme mit Terence Hill und Bud Spencer, die alle auf YouTube hochgeladen wurden. Und das werbefrei, da braucht auch niemand mehr kinox.to.

(Screenshot: Meedia.de)

Innenministerium Sachsen wegen Kino.to abgemahnt

Haha, das ist herrlich: Jemand hat eine Abmahnung (PDF) an das Innenministerium Sachsen geschickt, weil auf Kino.to derzeit kein Impressum vorhanden ist.

Ob sie damit durchkommen, ist fraglich. Kürzlich hat das Landgericht Düsseldorf entschieden, dass sogenannte „Baustellen-Seiten“ nicht der Impressumspflicht unterliegen. Dennoch ein schönes Beispiel, wie man mal auf die lästige Impressumspflicht hinweisen kann, auf die Otto-Normal-User ohnehin nicht denkt.

Verschwörungstheorie: Kino.to ein Honeypot?

Oh, eine wunderbare Verschwörungstheorie: War Kino.to ein Honeypot der Polizei, um die Streaming-Anbieter hochzunehmen? Die Theorie dazu gibt es am Ende diesen Textes (ja, absolut grottig geschrieben und man stolpert in die Gedanken eines Typs rein, aber lest mal komplett):

Was gegen die Theorie spricht

Der Text ist unglaubwürdig, zumal er schnell wieder gelöscht wurde und nur noch im Google-Cache zu finden ist (Screenshot). Er wurde anonym auf einem WordPress.com-Blog veröffentlicht, der Blog gehört scheinbar dem Besitzer von trinkerheim.com. Die trinkerheim.com-Domain ist WhoisProtected, auf dem Blog gibt es nichtmal eine E-Mail-Adresse als Kontakt. Der Besitzer von trinkerheim.com, auf dem wohl bis vor einiger Zeit ein fragwürdiger WordPress-Blog lief, soll wohl „Desperado“ heißen. Auf einer Fahrschulseite, die scheinbar ihre bestandenen Fahrschüler samt Foto im Internet veröffentlicht (wtf, rly?) ist ein Kommentar mit „phil@trinkerheimer.com“ als E-Mail-Adresse angegeben. Ob die jemals echt war, ist zu bezweifeln. Mehr ist (zumindest mir) nicht bekannt.

Neben der unglaubwürdigen Quelle spricht natürlich dagegen, dass die Polizei demnach sechs Jahre lang einen Honeypot hätte betreiben müssen – oder zumindest ab einem gewissen Zeitpunkt, wenn sie die wirklichen Betreiber heimlich geschnappt haben. Und da kommt dann so die Frage auf, ob das rechtlich alles haltbar genug wäre.

Was für die Theorie spricht

Andererseits ist der Gedanke gar nicht so doof, denn es gibt ja Stimmen die sagen, dass man Kino.to als Linkaggregator alleine so nicht drankriegen könnte (zumindest nicht so, dass es eine große Strafe gäbe), nur wenn die Kino.to-Betreiber selbst auch noch Streaming-Dienste gehabt hätten. Wenn Kino.to nun ein Honeypot gewesen wäre, um Streaming-Anbieter anzulocken, dann hätten die jetzt natürlich einfach die Streaming-Anbieter hochgenommen und Kino.to abgeschaltet (Mission complete) und kommunizieren nach außen, dass das zusammenhängen würde.

Auch der Umstand, dass die Polizei plötzlich Zugang auf den Server gehabt hat, wäre damit erklärt. Die Berichte über die „beschlagnahmte“ [sic!] Domain würden auch passen, denn beschlagnahmen lassen sich Domains (noch dazu die Domains von ToNIC, die nur bei Spam-Abuse tätig werden) nur schwer.

Außerdem wäre das nicht das erste mal: Das Bundeskriminalamt hatte schonmal bka.de als Honeypot genutzt, warum also nicht auch einen „richtigen“ Honeypot?

Was für und gegen die Theorie spricht

Bei Gulli.com gibt es ein angebliches Interview mit einem der Kino.to-Betreiber. Damit wäre Polizei ausgeschlossen. Andererseits: Wie gut hätte sich jemand, der von der Polizei beauftragt wurde, verstellen können, um sich als Kino.to-Betreiber auszugeben?

Dafürsprechen würde auch, dass die GVU eigene Ermittler auf die Seite ansetzte und diese drei Jahre lang im Dunkeln tappten, während es bei der Polizei nur knapp zwei Wochen dauerte. Die GVU sagt, sie habe einen „Tipp aus der Szene“ bekommen – wie die Polizei nach diesem Tipp so schnell die 13 Leute ermitteln konnte, ist bislang unbekannt.

Fazit

Immer dann, wenn viele Fragen offen sind, bahnen sich Verschwörungstheorien an. Somit ist es kein Wunder, dass es auch hier eine gibt. Ich bin skeptisch, ob die Theorie stimmt, aber für ganz abwegig halte ich sie auch nicht. Wir müssen mal abwarten, was von der Polizei dazu noch so alles veröffentlicht wird.

Sachdienliche Hinweise und Diskussionen über die (Un-)Wahrscheinlichkeit der Theorie ab in die Kommentare. :-)