Zensus 2011: Ein Türöffner für Kriminelle

DerWesten hat heute einen interessanten Artikel raus gebracht, in dem es um die Volkszählung und den „Interviewern“ (also Volkszählern) geht. Es stellt sich nämlich raus, das dort auch Kriminelle mitmachen können:

Es klafft eine Lücke im Volkszählungsgesetz. Die ehrenamtlichen Interviewer müssen kein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. „Wir dürfen die Bewerber nicht nach Vorstrafen oder politischer Einstellung befragen“, bestätigt Tamara Tibudd, Pressereferentin der Stadt Essen.

Das Problem mit der politischen Einstellung war ja schon bekannt, dass aber nicht einmal ein Führungszeugnis verlangt wird ist unglaublich. Immerhin agieren die Volkszähler im Auftrag der Kommunen und repräsentieren somit auch die Städte.

Langsam machen sich auch die Politiker Gedanken (viel zu spät natürlich):

„Das derzeit geltende Gesetz für die Volkszählung ist eine Katastrophe“, klagt Matthi Bolte von den Grünen. „Es gibt bislang keine geeigneten Kriterien für die Auswahl der Interviewer. Selbst wenn Leute als zweifelhaft eingeschätzt werden, darf man sie nicht ausschließen.“

Lest euch unbedingt den Artikel durch, da melden sich Politiker und der Polizeigewerkschaftsbund, dass man vor den Volkszählern warnen muss. Vollkommen absurd, dass die Stadt vor den eigenen (Zeit-)Mitarbeitern warnen soll. :-)

Und nochmal für alle, falls ihr dran kommt: Lasst die Volkszähler nicht in die Wohnung, stattdessen Fragebogen aushändigen lassen und per Post schicken – das ist wohl das sicherste was man machen kann. Erzählt das auch euren Großeltern und Verwandten, denn theoretisch könnte jede/r bei der Stichprobe befragt werden. Und diese müssen beantwortet werden – aber nicht im Beisein des Volkszählers.