KinderServer ohne Piraten [UPDATE]

Derzeit geht ein Screenshot auf Twitter rum, auf dem zu sehen ist, dass die Website der Piratenpartei bei dem gestern vorgestellten „KinderServer“ gesperrt ist. Gleichzeitig sollen die Websites der anderen Partein erreichbar sein.

Der „KinderServer“ ist praktisch das, was Zensursula einführen wollte: Ein Proxy, mit dem Internetangebote gefiltert werden. Beim „KinderServer“ wird alles gefiltert, was nicht für Kinder und Jugendliche sein soll, also zum Beispiel Erotikseiten.

Aber warum sind bei den Parteien nur die Piraten gesperrt? Ganz einfach: Der „KinderServer“ nutzt die Whitelist von FragFINN, einer Kindersuchmaschine hinter denen mehrere Konzerne wie Bertelsmann, Telekom, Google und Microsoft stehen. Dort ist die Piratenpartei derzeit nicht freigegeben:
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Dialog Internet: Mehr Zensur, bitte

Kristina Schröder hat (zusammen mit dem sächsischen Ministerpräsident Stanislaw Tillich) die Kampagne „Dialog Internet“ gestartet. Die Kampagne besteht daraus, dass Anbieter für Zensursoftware (für Eltern) vorgestellt werden. Und eigentlich wird schon im ersten Satz klar, was diese Kampagne ist:

Eine Kampagne von Politik und Wirtschaft soll für mehr Kinderschutz im Internet sorgen.

Richtig, eine Wirtschaftsförderung. Die Wirtschaft hat kein Interesse an Kindern mit Medienkompetenz sondern an Eltern, die Zensursoftware kaufen. Kein Wunder, dass die Kampagne von der CDU kommt.

Unter den „Köpfen“ der Aktion findet sich auch Julia von Weiler von Innocence in Danger, ich sag nur „Tatort Internet“. Da dürfte also ohnehin viel Panikmache herrschen, da fällt Zensursoftware auf fruchtbaren Boden.

Links

Ich fange jetzt auch mal an Links zu verbloggen, für die sich ein eigener Blogpost nicht lohnt. Macht ja irgendwie jeder, damit man die Sachen wiederfindet, die in Facebook, Google+ und Twitter gnadenlos im Timeline-Stream untergehen.

Die erste Version vom 28C3-Fahrplan ist draußen und mit ihm das Motto: „Behind Enemy Lines“. Juhu! Ich werde dieses Jahr aber wieder nicht da sein sondern auf meiner Festplatte Platz für die Recordings machen.
Jemand von der Spackeria ranted gegen den CCC, weil es keinen Spackeria-Vortrag gibt.
CDU/CSU und FDP haben die Visa-Warndatei beschlossen, Visa-Antragsteller werden somit automatisch mit einer Antiterrordatei abgeglichen. Der Bundestag hat es auch abgesegnet, fehlt nur noch der Bundesrat. So sehr verteidigt die FDP also die Bürgerrechte.
CDU-Familienministerin Kristina Schröder verdreht eine Studie, die Wissenschaftler der Studie werfen ihr „islamophobe Tendenzen“ vor.
Erstes Gerichtsverfahren zu Kino.to: Der Webdesigner ist zu 2,5 Jahren Haftstrafe verurteilt worden.
#0zapftis gibt es auf Google+, aber (gefühlt) nicht mehr in den Medien.
@monoxyd hat ein Interview mit einem Anonymous-Typ republiziert.
Max und mspro reden wieder miteinander. Jedenfalls solange, bis mspro eine Google+ Page für WMR anlegen wird.
Amazon hat einen Adventskalender mit täglich wechselnden tollen Angeboten, also am Besten den Link direkt bookmarken.
Ey Lou Flynn vertickt sein CC-Album in verschiedenen Weihnachtseditions. Kauft euch welche, schon alleine damit er mit dem Jammern aufhört. ;-)

(K)Ein offener Brief an Kristina Schröder

Gestern hat Susanne Holder von Radio Fritz in Berlin einen „Offenen Brief an Kristina Schröder“ geschrieben. Heute wurde er gelöscht, stattdessen steht nun ein Statement von Programmchef Stefan Warbeck an der Stelle.

In dem Statement heißt es, man wolle nicht den Eindruck erwecken, dass der offene Brief im Namen der gesamten Redaktion sei. Zudem würde der Kommentar „an einigen Stellen eindeutig die Persönlichkeitsrechte von Frau Schröder“ verletzen. Dies schien vor der Veröffentlichung des Textes im Internet sowie der audiovisuellen Fassung, welche auch im Radio gesendet wurde, jedoch kein Problem zu sein.

Ich reihe mich in die Liste der Wiederveröffentlicher ein, denn der Text ist genial und als Meinung von Frau Holder absolut akzeptabel:

Liebe Kristina Schröder,

ich freu mich eigentlich immer über Schwangerschaftsbotschaften, aber alle Zitate von Ihnen, die man heute lesen muss, rufen Ekel und Würgereflexe in mir hervor. Zum Beispiel: „Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind.“

Wie anmaßend, schamlos, unmoralisch, blind und bescheuert sind Sie eigentlich? Mit 16.529,50 Euro im Monat und einem garantierten, vergoldeten Betreuungsplatz in der 5 Sterne-Bundestags-Kita stehen Sie NICHT vor den gleichen Herausforderungen wie viele andere Paare in Deutschland.

Sie hoffen „Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen mit der Unterstützung ihrer Familien“… Erzählen Sie uns bitte nicht, dass Sie von Existenzängsten geplagt sich nachts wälzen und sorgen, ob das Geld für Windeln reichen wird, ob Sie problemlos ihre Arbeitsstelle zurück bekommen. Fragen Sie sich lieber, wer eigentlich vor kurzem das Elterngeld gekürzt hat.

Ich wünsche Ihnen Sodbrennen, Wasserbeine, Müdigkeit, Krampfadern und Hämorrhoiden – wenigstens körperlich gleiche Herausforderungen.

Der Vorfall zeigt, dass die Öffentlich-Rechtlichen doch nicht so staatsfern sind, wie sie es immer darstellen. Schade, aber irgendwie auch wenig verwunderlich.

Neue CDU-Spendenaffäre

Es gibt mal wieder eine Spendenaffäre bei der CDU.

Die rheinland-pfälzische CDU hat erstmals eine illegale Parteienfinanzierung für den Landtagswahlkampf 2006 eingeräumt. CDU-Generalsekretär Josef Rosenbauer kündigte gleichzeitig die Rückzahlung von „falsch veranschlagten“ Zahlungen an Beratungsagenturen in Höhe von etwa 400.000 Euro an den Bundestag an.

Ausgerechnet aus Rheinland-Pfalz. Ist es Zufall, dass Helmut Kohl vor seiner Amtszeit als Kanzler (in der er auch eine Spendenaffäre hatte) in Rheinland-Pfalz Ministerpräsident war? Ich meine, der wird ja sicher eine Art „Vorbild“-Funktion dort angesehen („Hui, einer aus Rheinland-Pfalz ist mal Kanzler geworden, nimm dir den als Vorbild!!1!“).

Da erinnere ich mich auch gerade wieder, dass die Kristina KöhlerSchröder immer sagt, dass sie Kohl als Vorbild ansieht. Auweia, nicht dass da auch noch irgendwann eine Spendenaffäre im Familienministerium rauskommt.