Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die „Überwachung“ natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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Datums-Trollerei

Da hat der Postillon den Lesern aber einen tollen Streich gespielt: Nachdem bekannt wurde, dass Ronald Pofalla wohl zur Deutschen Bahn gehen wird (nach Eckart von Klaeden der nächste Lobbyismus-Skandal der CDU), hat der Postillon ebenfalls eine solche Meldung online gestellt. Und dann auch noch rückdatiert, sodass es aussieht, als wären alle Medien auf den Postillon reingefallen.

Indizien für die Rückdatierung gibt es genug, doch trotzdem glauben einige, dass die Meldung zuerst vom Postillon kam. Dabei ist es auch gar nicht so schwer, diese Inszenierung zu machen und aufrecht zu erhalten.
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De-Mail made in USA [UPDATE 2]

Die Bundesregierung beauftragt hin und wieder das IT-Unternehmen Computer Science Corporation (CSC) (Cache 1, Cache 2). CSC arbeitet auch für die CIA, das FBI und die NSA. Und was kriegen die Geheimdienste so?

Für die NSA programmierte die Firma unter anderem die Software „Trailblazer“, mit der der Geheimdienst Mobiltelefone und E-Mails ausspionieren und die gesammelten Daten auswerten konnte.

Hui. Und die deutsche Bundesregierung, was kriegt die so von CSC?
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Letzter Tag vor dem #LSR

Heute ist der letzte Tag, bevor morgen am 1. August das Leistungsschutzrecht in Kraft tritt. Rivva hat nun die Reißleine gezogen, neben den Snippets die rausfallen werden zukünftig auch rund 650 Nachrichtenseiten mit ihren Blogs dort nicht mehr erscheinen. Schön wäre es, wenn Rivva ein technisches Opt-in zum Beispiel über ein Meta-Element machen würde.

Ausgerechnet Axel Springer – die das Leistungsschutzrecht am meisten lobbyiert haben – haben übrigens Google nun doch die Erlaubnis gegeben, Artikel-Titel und Snippets kostenlos zu nutzen. Told you so. Angeblich nur übergangsweise, aber Google wird sicherlich auch in Zukunft nicht zahlen.

Auch die anderen großen Zeitungen verzichten bei Google aufs Leistungsschutzrecht – und die FAZ gibt sogar zu, dass ein Google-Verzicht Reichweiten-Verlust bedeuten würde. Einige kleine Verlage bleiben hingegen standhaft in ihrem Irrglauben und fliegen raus, für die war Google News aber auch nicht so wichtig.

Was vom Leistungsschutzrecht bei seiner Inkrafttretung also übrigbleibt: Eine weitere Einschränkung für kleine Dienste und Startups, keine neuen Einnahmen für Medien da sie Reichweitenverlust fürchten und eine Medienlandschaft, die sich ein eigenes Gesetz lobbyiert hat. Ein Sieg sieht anders aus.