Tweet des Tages: Geht's noch?

Liebe Twitterer,

die ihr euch aufregt, dass die Welt kompakt eure Tweets abgedruckt hat: Geht’s noch? Natürlich will niemand gerne in der Springer-Presse stehen, aber hey, ihr seid nicht der Gegenstand einer ekligen Boulevard-Berichterstattung, sondern ihr werdet einfach nur zitiert. So what?

Ich finde es ziemlich peinlich, was ihr da abzieht. Ich bin kein Springer-Freund, aber euer „mimimi das sind meine Tweets“-Gehampel erinnert mich an Mathias Döpfner und Christoph Keese, die für Springer ständig rumheulen, wie schlimm es doch ist dass Google News ihre Artikel zitiert. Ihr seid nicht besser, im Gegenteil, ihr bestätigt Springer damit nur noch in ihrer bescheuerten Urheberrechts-Haltung („Die Leute im Internet haben ja auch was dagegen, wenn wir ihre Sachen zitieren“).

Und deswegen gilt für euch das gleiche wie für die Verlage: Wenn’s euch nicht gefällt, dann geht doch. Sperrt euch in Facebook ein, nutzt nur noch E-Mails oder lasst das am besten direkt ganz mit diesem Internet. Aber heult nicht darüber rum, dass ihr zitiert werdet.

Danke.

Euer @chriszim, der sich von diesen Beschwerde-Twitterern distanziert und seine Tweets als gemeinfrei versteht. Share it!

Döpfner: Zeitungen haben Zukunft

Die Axel Springer AG will die WAZ kaufen. Achtet dabei auf das dortige Zitat von Mathias Döpfner, dem Springer-Chef:

[…] teilte Döpfner in freundlich-optimistischem Ton mit, dass seiner Meinung nach Zeitungen und Zeitschriften „auch langfristig … eine attraktive Zukunft haben“ […]

Na, da sind wir aber alle beruhigt. Noch Ende Juni sagte Döpfner in der Debatte um die Tagesschau-App nämlich folgendes:

„Wenn Gratisangebote der Öffentlich-Rechtlichen den Privaten das Geschäftsmodell in der digitalen Welt zerstören, wird es in den nächsten zehn Jahren Zeitungspleiten geben. Und dann werden irgendwann Gremien zusammentreten, um die Zukunft des Qualitätsjournalismus zu retten und den Zeitungen gnädig Gebühren anbieten.“

Das können wir dann wohl mal als Propaganda beerdigen, denn laut Döpfner haben Zeitungen ja eine langfristige und attraktive Zukunft.

Man sollte vielleicht öfters mal Briefe von Herrn Döpfner veröffentlichen um die Propaganda von Springer zu entlarven. Und wo wir bei der WAZ waren, die haben da rein zufällig auch eine Leaking-Plattform… :-)

Döpfner und der App-"Kompromiss"

Mathias Döpfner vom Springer-Verlag hat einen Kompromiss, um die Klage gegen die „Tagesschau-App“ zurückzuziehen:

Bewegtbilder und Audiobeiträge sollten ARD und ZDF uneingeschränkt und kostenlos online verbreiten dürfen. Zusatzangebote mit Text wie sie etwa auch die Printmedien ins Netz stellen, sollten die Sender dagegen nur kostenpflichtig zu marktüblichen Preisen anbieten dürfen, sagte Döpfner auf der Medienwoche der Internationalen Funkausstellung (IFA) am Montag in Berlin.

Na DAS ist ja wohl mal ein Vorschlag. Ich bin dafür, dass Döpfner das nicht nur den Gebührenzahlern erklären soll, sondern auch den Gehörlosen, die mit Audio- und Video-Inhalten nur wenig anfangen können und somit auf Texte angewiesen sind.

Es ist immer wieder unfassbar, welche Denkweise die Springer-Leute an den Tag legen. Zum Glück will sich die ARD nicht darauf einlassen.

Medienpädagogin über Islamhetze

Medienpädagogin Sabine Schiffer im DLF-Interview über Islamhetze im Internet:

Also man kann das nicht eindimensional sehen, und jetzt starren alle auf die Blogs, wie gesagt, also wenn Sie mal ein paar Beiträge aus der Tageszeitung „Die Welt“ lesen, dann … Da gibt es Dinge, die sind nicht sehr unterschiedlich zu diesen Blogs.

Als Beispiel nennt sie diesen Artikel von Springer-Chef Mathias Döpfner. Erschreckend, was Döpfner dort ablässt.

BILD ist bei der Politik "nicht mehr kampagnenfähig"

Aus einem Vortrag von Kai-Hinrich Renner:

Tatsächlich aber ist der Einfluss, den die „Bild“-Zeitung auf die politische Meinungsbildung ihrer Leser hat, eher marginal. Wichtiger noch: „Bild“ ist, wenn es um zentrale Fragen der Politik geht, nicht mehr kampagnenfähig.

Lest euch mal den ganzen Vortrag durch, denn dann erfährt man zum Beispiel, warum die „Florida-Rolf“-Kampagne im Endeffekt für den Steuerzahler ein Schuss nach hinten war.

Ich weiß nicht, von wann der Vortrag ist, aber Renner selbst arbeitet derzeit auch beim Hamburger Abendblatt und der „WELT“ von Axel Springer. Das haben die bei der Vorstellung am Ende des BPB-Vortrages wohl (rein zufällig natürlich*) vergessen zu erwähnen. Den Vortrag kann man also nicht als objektiv bezeichnen, er sieht aber auch nicht nach Springer-PR aus.

(via @holgi via @timmito)

* Stammleser wissen es: Ich glaube nicht an Zufälle. ;-)