Film-Tipps: Im Netz / Einfach die Wahrheit / Homevideo

Draußen liegt Schnee und es steht ein langes Osterwochenende bevor. Was gäbe es besseres, als ein paar tolle Filme anzusehen? Ich hab kürzlich drei ARD-Filme gesehen, die ich hier empfehlen möchte.

Im Netz (bis 3. April in der ARD-Mediathek)
Inhalt: Die erfolgreiche Unternehmensberaterin Juliane Schubert wird von einem Sondereinsatzkommando aus dem Schlaf gerissen und muss 48 Stunden in Untersuchungshaft verbringen. Wie sich herausstellt, hat ein Fremder ihre Identität genutzt und damit unter anderem terrorverdächtige Materialien bestellt. Nun wird sie überwacht, der Verfassungsschutz sucht den Täter – und verdächtigt auch sie.

Fazit: Guter Thriller, der die Folgen eines Identitätsdiebstahls zeigt. Während sich die Ermittlungen am Anfang hinziehen, zieht das Tempo zum Ende hin an. Leider ist das Ende mit einem durchbrennenden Ermittler auch etwas unrealistisch.
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Austrittswelle bei der katholischen Kirche

Nach den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche wundert es eigentlich kaum, dass es dieses Jahr eine „Austrittswelle“ gibt:

Besonders groß ist der Aderlass nach Berichten der „Frankfurter Rundschau“ und der Nachrichtenagentur dpa unter anderem im Bistum Augsburg, wo der damalige Bischof Walter Mixa im Frühjahr einräumen musste, als Stadtpfarrer Heimkinder geschlagen zu haben. Hier verließen von Januar bis Mitte Dezember 11.351 Menschen die Kirche. Im Vorjahr waren es 6953 gewesen.

Dramatisch ist die Entwicklung laut „Frankfurter Rundschau“ aber auch im Bistum Rottenburg-Stuttgart, wo bis Mitte November 17.169 Katholiken ihrer Kirche den Rücken kehrten (2009: 10.619). Im Bistum Trier traten dem Bericht zufolge 7029 Mitglieder bis Mitte November aus (2009: 4583). Im Bistum Würzburg waren es laut dpa-Umfrage bis Oktober 5484 (2009: 3788) und im Bistum Osnabrück bis November 2817 (2009: 2100). Das Bistum Bamberg rechnet bis zum Jahresende mit rund 6000 Austritten (2009: 3991).

[…]

Wichtigster Beweggrund sind offensichtlich die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen und der Umgang der Kirche damit. So wurden die meisten Austritte von März bis Mai verzeichnet, als die Skandale publik wurden.

Tja, solche Sachen sollte man halt nicht vertuschen. Das ist ja klar, dass die Leute das nicht gut finden, wenn sowas rauskommt.

Interessant ist auch, dass es bislang wohl noch kein einziges Gerichtsverfahren dazu gab. Ist das wirklich schon alles verjährt? Die Verjährungsfrist von in den Fällen 20 Jahren (§78 Abs. 3 StGB) beginnt erst mit der Volljährigkeit der Opfer (§78b Abs. 1 StGB). Konnte das wirklich so dermaßen lange verschwiegen werden? Krass.