Der SPEIGEL ist gesperrt

Sicherlich ist es nicht verwunderlich, dass die Amis bei der U.S. Air Force Sperrlisten bei den Internetzugängen verwenden. Die Hetzjagd gegen WikiLeaks ist jetzt schon so weit, dass sie dort nicht nur WikiLeaks selbst sondern auch die Nachrichtenseiten die darüber berichten (New York Times, The Guardian und den SPIEGEL) auf die Sperrliste gesetzt haben.

Okay, den SPIEGEL kann man ja ruhig mit seinem “Qualitätsjournalismus” *hust* verbannen, aber dass die den Guardian gesperrt haben geht echt zu weit. Immerhin dürfte es einige Zeit dauern, bis sie alle (mittlerweile über 2.100) Mirror-Seiten auf die Sperrliste gesetzt haben. :-)

Noch ein tolles Detail im Artikel:

Vom SPIEGEL kann man auch nur speien, toller Spitznamen CNN! Das war es mir sogar wert als Überschrift zu nehmen. Sollten wir auch öfters in Blogartikeln verwenden. :-)

WikiLeaks-Depeschen veröffentlicht

Da jetzt auch einige Suchanfragen kommen: Gegen 19 Uhr wurden die ersten Berichte über die WikiLeaks-Depeschen veröffentlicht. Hier eine Übersicht:

Der SPIEGEL hat eine eigene Themenseite: “Die Botschaftsdepeschen”. Neben den Artikeln wird um 22:30 Uhr auch die E-Paper-Version vom Print-SPIEGEL veröffentlicht.

The Guardian hat auch eine eigene Unterseite: “The US embassy cables”. Dort gibt es auch einen Live-Blog.

Die New York Times hat auch eine Unterseite eingerichtet: “State’s Secrets”. Die besten Auszüge gibt es in diesem Artikel.

Da die WikiLeaks-Seite selbst unter DDoS steht, gibt es bislang noch keine Rohdaten. Das wird aber sicherlich noch passieren, aktuelle Infos gibt es unter @wikileaks.

Der offizielle Hashtag lautet: #cablegate.

Und jetzt, wo auch das Popcorn fertig ist, lesen wir uns das mal durch und schauen, wie die Pressestellen der Regierungen morgen reagieren werden.

Kleines Detail am Rande noch: Der SPIEGEL hatte nicht nur gepatzt, er hat auch versucht, @Freelancer_09 zu untersagen die Infos aus dem SPIEGEL-Exemplar, das es seit gestern in Basel zu kaufen gab, zu unterbinden. Hat aber nix genutzt. :-)

UPDATE: Unter statelogs.owni.fr gibt es die Rohdaten zum Durchsuchen, mit Tags und so weiter.

UPDATE 2: Auch bei Wikileaks selbst kann man nun unter cablegate.wikileaks.org die Texte sehen. Es gibt auch schon eine erste Reaktion aus Washington.