Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die „Überwachung“ natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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Petition für Wasserkraft statt Atomkraft

Drüben beim Lästerschwein gefunden, geht gerade auf Twitter rum: Beim deutschen Bundestag gibt es noch bis morgen folgende E-Petition zum Mitzeichnen:

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, das von Norwegen angebotene „Seekabel“ als Bestandteil alternativer Stromversorgung in die Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNAV) aufzunehmen und den Begriffen „Netz“ und „Kraftwerk“ gleichzustellen. Dieser Strom wird durch Wasserkraft erzeugt und ist zuverlässig abrufbar. Überschüssiger dt. Strom wird in Norwegen gespeichert und bei Bedarf nach Deutschland zurückgeholt, was den stufenweisen Ausstieg aus der Stromgewinnung mit Kernspaltung bedeutet.

Begründung

Begründung: Einige Bundesländer verstärken den Ausbau der Windenergie in der, meiner Meinung nach trügerischen, Hoffnung, den Bürgern dadurch „sauberen Strom“ anbieten zu können. Leider ist jedoch stets der Betrieb eines konventionellen, flexiblen und zuverlässigen Energielieferanten im Hintergrund von Nöten, um bei Windausfall und der daraus resultierenden schwankenden Stromversorgung den Bedarf abdecken zu können. Kommt, wie in Brandenburg beschlossen, zusätzlich der geplante Ausbau von Windkraftanlagen in Industrieausmaßen in Wäldern hinzu, wofür zig tausende von Bäumen gefällt, mehrere hundert tausend Tonnen Beton für Fundamente und Zuwegung verbaut und Flora und Fauna zwangsläufig zerstört werden, muss die Frage erlaubt sein, ob dies der Weg in die Zukunft sein kann und darf und wir dadurch wirklich einen Klimaschutz erreichen. Durch das Seekabel könnte von deutschen Windkrafträdern überschüssig erzeugter Strom in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken gespeichert und bei Bedarf nach Deutschland zurückgeholt werden. Niedersachsen hat bereits den Anschluss an Norwegens Seekabel beschlossen und fängt damit zugleich die Schwankungen ab, die ansonsten Atomkraftwerke für Windräder ausgleichen müssten, denn der Seekabel-Strom wird durch gespeicherte Wasserkraft erzeugt und ist dementsprechend zuverlässig abrufbar. Seekabel könnten den schrittweisen Ausstieg aus der Atomernergie fördern, den Bau neuer Windkrafträder und die damit verbundene Wandlung des Landschaftsbildes sowie die noch nicht überschaubaren Nachteile für Mensch und Tier verhindern und die Strompreise in Deutschland ökonomischer gestalten.

Hintergrund zu dem Seekabel gibt es auch in diesem Bericht von „Report Mainz“ (SWR).

Alle WikiLeaks-Depeschen in Norwegen?

Eine norwegische Zeitung soll alle 250.000 US-Depeschen haben. Die Zeitung will nicht sagen, wie sie Zugriff darauf gekriegt hat (weil nichtmal die beteiligten Medien wie SPIEGEL, Guardian und Co. noch nicht Zugriff auf alle Depeschen haben sollen), WikiLeaks äußert sich dazu ebenfalls nicht – weder eine Bestätigung, noch ein Dementi.

Aftenposten news editor Ole Erik Almlid told Dagens Naerings: „We’re free to do what we want with these documents … We’re free to publish the documents or not publish the documents, we can publish on the internet or on paper. We are handling these documents just like all other journalistic material to which we have gained access.“

Wollen die alle 250.000 Depeschen in ihrer Zeitung abdrucken? Na dann viel Spaß. m(

Die sind mit 20 Journalisten dran das durchzugucken (zum Vergleich, SPIEGEL hatte 50 und brauchte einen Monat) und die Storys sollen in Norwegisch erscheinen. Immerhin dürften bei so großen Medien wie dem Guardian sicher genug Übersetzer da sein, um uns das in Englisch zu präsentieren – falls der Guardian durch den Zeitvorsprung nicht ohnehin schon bald komplett durch ist.