Nullnummer Personalausweis

Gute Nachrichten: Der neue Personalausweis ist eine Nullnummer. Soziale Netzwerke und Online-Händler implementieren die Zusatzfunktionen nicht, weil sie skeptisch sind. Die VZ-Netzwerke wollten damals die Identifikation einführen und hatten dazu eine Landingseite, die mittlerweile verschwunden ist und:

Studi-VZ schreibt: “Leider ist der elektronische Personalausweis derzeit kein Thema bei uns und wir können Ihnen daher kaum Informationen anbieten.”

Klarer könnte das Signal nicht sein. Und auch Behörden tun sich schwer:
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Gekaufter Doktortitel im Personalausweis

Erinnert ihr euch noch daran, dass es bei Groupon Doktortitel zu kaufen gab? Mit einem solchen gekauften Doktortitel hat sich ein Journalist jetzt zum Test einen Personalausweise ausstellen lassen. Das hat geklappt, weil es keine Möglichkeit gibt, solche Urkunden zu überprüfen: Es gibt kein Zentralverzeichnis von Promotionsarbeiten, die Urkunden haben keine Sicherheitsmerkmale, nichtmal ein einheitliches Layout – jede Universität kann die Urkunde so gestalten, wie sie will. Mit anderen Worten:

Die Sachbearbeiterin kann sich da nur auf den Augenschein verlassen.

Für jeden Scheiß haben wir Datenbanken (hier ein paar), nur zur Überprüfung von Promotionsarbeiten natürlich nicht. Wobei ich da für eine öffentlich einsehbare Datenbank wäre, damit auch Personalchefs solche Schwindler entlarven können. Die Daten sind in den veröffentlichten Dissertationen ohnehin schon öffentlich, werden nur leider nicht gesammelt.

Fingerabdrücke im Personalausweis

Meine Oma, die über 60 Jahre alt ist, musste neulich einen neuen Personalausweis beantragen. Als sie auf dem Amt in Düsseldorf war, hat sie niemand darüber aufgeklärt, dass die Fingerabdrücke im neuen Personalausweis freiwillig sind. Da sie das bislang nicht wusste hat sie ihre Fingerabdrücke dann abgegeben.

Ich gehe hiermit eine Wette ein: Spätestens in zwei Jahren wird es eine Statistik geben, wie viele Leute ihren Fingerabdruck “freiwillig” im neuen Personalausweis haben wollen. Und dann wird diese Statistik dafür genutzt, um den Fingerabdruck im neuen Personalausweis zur Pflicht zu ändern.

Wie gut, dass wir so viele alte uninformierte Menschen in Deutschland haben.

(K)ein neuer Personalausweis für Gefangene

Der neue Personalausweis macht nicht nur Ärger, sondern auch Probleme bei Gefängnisinsassen:

Auch Gefangene müssen sich ausweisen können, doch schafft der neue Personalausweis Probleme, weil zur Beantragung die persönliche Anwesenheit bei Abgabe des biometrischen Bildes, des optionalen Fingerabdruckes und der Unterschrift gesetzlich erforderlich ist. Ebenso ist die Ausgabe des produzierten Ausweises an das persönliche Erscheinen des Bürgers gebunden.

Theoretisch müssten die Gefangenen, die den Ausweis also beantragen, nun per Gefangenentransport zu den Terminen und dementsprechend müssten diese Transporte auch bewacht werden. Da kann das Bürgeramt schonmal zum Hochsicherheitstrakt werden.

Der Brüller kommt aber noch:

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund protestiert: “Um diesen Unsinn noch vollkommen auf die Spitze zu treiben, schlägt das Bundesinnenministerium nun vor, dass die Länder die Justizvollzugsanstalten zu Personalausweisbehörden erklären”, erklärte Verbandssprecher Thorsten Bullerdiek in Hannover.

Warum wollen die eigentlich den neuen Personalausweis auf Teufel komm raus unbedingt durchboxen? Das grenzt ja schon an Verzweifelung, wenn denen nichts anderes einfällt, als die Problematik so einfach lösen zu wollen. Immerhin sind aber Hard- und Software sowie Schulungen für die JVA-Mitarbeiter auch nicht gerade kostengünstig.

Auf der anderen Seite könnte das natürlich ein prima Großauftrag für eine Firma sein, und da der neue Personalausweis nur zur Wirtschaftsförderung eingeführt wurde, passt das natürlich dann doch wieder.

Elektronischer Personalausweis sorgt für Ärger

Ein knappes halbes Jahr ist der elektronische Personalausweis (auch nPA genannt) jetzt im Einsatz. Doch es gibt immer noch Probleme mit der Technik:

Die technischen Probleme rund um den neuen elektronischen Personalausweis rauben vielen Bürgern Zeit und Nerven. Als „unendliche Leidensgeschichte“ bezeichnet Peter Braun die vergangenen Monate. Peter Braun ist Leiter des Bochumer Einwohnermeldeamtes, das seit November 2010 die neuen Chip-Karten ausstellt. Genauer: ausstellen soll. Denn die Umsetzung ist „eine Blamage für das Innenministerium und die Bundesdruckerei“, zürnt Peter Braun.

Genauer geht es darum, dass die sogenannten “ÄNTE” (Änderungs-Terminals) nicht richtig funktionieren, mit denen die Personalausweis-Karten eingelesen und mit einer PIN versehen werden.

„Der Ausruf ,Mein Ding ist kaputt!’ gehörte hier monatelang zum Arbeitsalltag“, schildert Peter Braun.

Aus diesem Grund beschränkt sich Bochum auf gerade mal 6 dieser Geräte die etwas besser funktionieren, obwohl die eigentlich 85 haben (und bräuchten). Also sind 79 Geräte praktisch unbrauchbar, angeblich liegt es an der Firmware, die jetzt mit einem Update ab Mitte April funktionieren soll.

Die Folge des Chaos’: Die Mitarbeiter im Rathaus müssen Überstunden schieben und dennoch immer wieder Leute nach Hause schicken, weil die Öffnungszeiten lange vorbei sind. Ein Erfahrungsbericht:

Familie Büngener zählt zu den Gefrusteten. Fünf Versuche haben die Langendreerer unternommen, um einen Perso für Tochter Luca zu beantragen. „Im Januar marschierten wir ins Bürgerbüro Langendreer – um zu erfahren, dass hier keine Anträge möglich sind“, berichtet Mutter Sabine. Ab ins Bürgerbüro Mitte, wieder enttäuscht ab nach Hause: Beim ersten Mal fehlte die Unterschrift der Mutter („unser Fehler“), beim zweiten Besuch gab es keine Wartenummern mehr. Auch Versuch 4 und 5 scheiterten u.a. wegen Überfüllung.

Super. Immerhin soll es in dem Fall dann doch am Dienstag mit dem Antrag endlich geklappt haben.

Und das alles natürlich aus “Sicherheitsgründen”. Die Bürger haben da bestimmt vollstes Verständnis für!!11einself Vorallem, weil wir ja wissen, dass der neue Personalausweis nur zur Wirtschaftsförderung und dem staatlichen Datenhunger dient.