Gekaufter Doktortitel im Personalausweis

Erinnert ihr euch noch daran, dass es bei Groupon Doktortitel zu kaufen gab? Mit einem solchen gekauften Doktortitel hat sich ein Journalist jetzt zum Test einen Personalausweise ausstellen lassen. Das hat geklappt, weil es keine Möglichkeit gibt, solche Urkunden zu überprüfen: Es gibt kein Zentralverzeichnis von Promotionsarbeiten, die Urkunden haben keine Sicherheitsmerkmale, nichtmal ein einheitliches Layout – jede Universität kann die Urkunde so gestalten, wie sie will. Mit anderen Worten:

Die Sachbearbeiterin kann sich da nur auf den Augenschein verlassen.

Für jeden Scheiß haben wir Datenbanken (hier ein paar), nur zur Überprüfung von Promotionsarbeiten natürlich nicht. Wobei ich da für eine öffentlich einsehbare Datenbank wäre, damit auch Personalchefs solche Schwindler entlarven können. Die Daten sind in den veröffentlichten Dissertationen ohnehin schon öffentlich, werden nur leider nicht gesammelt.

Guttenbergs Fall (Buch-Rezension)

Die beiden Journalisten Roland Preuß und Tanjev Schultz von der Süddeutschen Zeitung haben im Februar die Plagiats-Vorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg bekannt gemacht. Jetzt haben sie ein Buch darüber geschrieben: Guttenbergs Fall.


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Guttenberg kann sich freikaufen

Laut dpa-Meldung kann sich Plagiator Karl-Theodor zu Guttenberg freikaufen:

Nach Informationen der Zeitung aus mit dem Ermittlungsverfahren beteiligten Kreisen dürfte zwar der Schuldvorwurf des Verstoßes gegen das Urheberrecht gegeben sein – zu einer Bestrafung solle es aber nicht kommen. Im Gespräch sei stattdessen offenbar eine Zahlung an eine soziale oder gesellschaftspolitische Einrichtung.

Und selbst da müsste es schon eine gewaltige Summe sein, dass das den Guttenbergs wirklich schmerzt, die bekanntlich über ein beachtliches Vermögen verfügen. Ich glaube eher, dass die das aus der Portokasse zahlen werden.

Was ist eigentlich bei den anderen Plagiatoren passiert? Nichts, oder?

Guttenberg will weg

Karl-Theodor zu Guttenberg will wohl für mindestens zwei Jahre ins Ausland gehen, berichtet der SPIEGEL. Ab ins „Sabbatical“, wahrscheinlich nach Amerika, aber da haben sich die zu Guttenbergs noch nicht entschieden.

Beim SPIEGEL muss man in letzter Zeit ja vorsichtig sein, wenn die mit „Exklusiv“-Informationen daherkommen. Aber das ist schon recht glaubhaft, denn Cem Özdemir ist nach seinem Flugmeilen-Skandal auch in die USA gegangen und mittlerweile hat er bei den Grünen ja wieder ein tolles Comeback hingelegt. Scheinbar macht Guttenberg ihm das jetzt nach, getreu dem Motto: Die Leute werden das schon vergessen.

Guttbye!

Bundestag will nicht gegen Guttenberg vorgehen

Kurz und knackig: Der Bundestag will Guttenberg nicht anzeigen, berichtet ZDFheute:

Bundestagspräsident Norbert Lammert werde keinen Strafantrag gegen Karl-Theodor zu Guttenberg stellen, berichtet der „Tagesspiegel“. „Der Bundestagspräsident hat den Ältestenrat in seiner letzten Sitzung davon unterrichtet, dass dafür keine Notwendigkeit besteht“, zitiert das Blatt einen Lammert-Sprecher. Eine nähere Begründung dafür gab es nicht.

Okay, es ist auch weitaus wichtiger, dass die Plagiatsopfer gegen Guttenberg klagen. Dass der Bundestag, gerade weil er überwiegend aus der Union besteht, sich zurückhält, war ja irgendwie vorhersehbar.