Doku: Gott hat hohe Nebenkosten

Tolle Dokumentation, die Fefe empfohlen hat: „Gott hat hohe Nebenkosten“. Die kirchlichen Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Altenheime etc.) von Caritas und Diakonie werden nämlich vom Steuerzahler bezahlt.

Und das ist spannend: Werden die Einrichtungen von den Kommunen betrieben, gibt es zu wenig Landes-Zuschüsse. Also geben die Kommunen die Einrichtungen an die Kirchen ab, für kirchliche Einrichtungen gibt es höhere Zuschüsse. Diese sind scheinbar so hoch, dass die Kommunen oftmals den 12%-Anteil, den die Kirche pro Einrichtung zahlen soll, ebenfalls übernimmt. Die Städte zahlen also am Ende 100% der kirchlichen Einrichtungen, wegen der Zuschüsse kommen sie damit aber scheinbar billiger weg als wenn sie die Einrichtungen selbst betreiben würden.
Weiterlesen

Uni Düsseldorf zur Beschneidung

Die derzeitige Beschneidungsdebatte ist relativ schwer zu beurteilen. Wie Holgi habe ich da auch noch keine abschließende Meinung zu und bin gespannt, denn er hat angekündigt, einen Rabbi dazu zu interviewen.

Interessant fand ich aber ein Statement der Universität Düsseldorf, welches mir heute auf Twitter entgegen flog. Dieses stellt unter anderem folgendes fest:
Weiterlesen

Der Zensus 2011 und die Glaubensfrage

Der SPIEGEL hat etwas zum Zensus, was sehr interessant ist. Es geht darum, dass in dem Fragebogen zur Haushaltsbefragung (also wenn der Volkszähler an der Tür klingelt und mit einem Fragebogen wedelt) man gezwungen ist, eine Religion anzugeben:

Der Fragebogen erzwingt also quasi ein religiöses Bekenntnis von Leuten, die Glaube und Kirche fernstehen, weiter aber dafür Steuern zahlen. Zweifler oder gar Ungläubige, die aus Bequemlichkeit, Tradition oder sonstigen Gründen – etwa, weil sonst der Job flöten ginge – in der Kirche bleiben, gibt es offiziell in Deutschlands Kirchen nicht, das ist damit geklärt.

Was erfährt man auf diese Weise? Die Zahl der bereits über die Steuerregister erfassten Kirchensteuerzahler, und nicht viel mehr. Die werden statistisch in Gänze als „religiös“ verbucht. Und nicht nur die.

Ja, wer denn noch? Richtig, die ganzen Schein-Religionen:

Anhänger des Druidentums, des Wicca-Hexenkults, begeisterte Esoteriker oder Satanisten haben ebenfalls kein Problem, ihr Kreuz zu setzen.

Sie gelangen von „keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft“ im – immerhin freiwillig zu beantwortenden – Frageblock 8 problemlos zu „Sonstige Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung“. So fallen dann auch die Troll-Anhänger in die Gemeinschaft der Gläubigen.

Na prima. Und was dürfen wir dann erwarten?

Im Ergebnis der Statistik dürfen wir also einen Anstieg der Zahl religiös orientierter Menschen erwarten. Beim Zensus kommt keine vertiefte Information zu diesem Thema heraus, sondern eine völlig verfälschte: Statistisch wird Deutschland so quasi zum Gottesstaat.

Ach du scheiße. Da wird sich die CDU freuen und bestimmt gleich einen Plan aushecken, wie zukünftige kritische Gesetze mit der Bibel begründet werden können.

In dem Bericht steht weiter, dass das statistische Bundesamt sich diesem Problem bewusst ist. Zum SPIEGEL haben sie gesagt, Religionen lassen sich „schwer systematisieren“ (ach ne!) und dass das Gesetz nunmal so mit diesen Formulieren verabschiedet wurde.

Schwarzer-Peter-Weiterschieben ist das einzige, was Behörden wirklich gut können.