Twitter: Wikipedia-Edits von Regierungen, Firmen etc.

Vor ein paar Tagen habe ich schon über @bundesedit berichtet. Wie der Initiator von @bundesedit im Interview bei Trackback sagt, geht es weniger um die Änderungen selbst, da sie oftmals nur Rechtschreibfehler sind. Vielmehr soll damit demonstriert werden, dass nicht nur der Staat uns beobachtet, sondern auch wir die Aktivitäten des Staates beobachten.

Es gibt aber noch viele weitere Twitter-Accounts, die Wikipedia-Edits (= Änderungen in Wikipedia-Artikeln) von Behörden und Regierungen beobachten. Das wird meistens über ein Script gemacht, mit dem man einfach die IP-Adressen der Parlamente füttert. Wikipedia-Accounts von Mitarbeitern hingegen werden nicht erfasst, da diese meistens nicht bekannt sind. Auch über Proxys kann man die „Überwachung“ natürlich umgehen.

Ich habe die Accounts mal in einer Twitterliste gesammelt und unten nochmal sortiert aufgelistet. Ergänzungen gerne in die Kommentare. Beim Durchsehen ist mir aufgefallen, dass einige Accounts erst seit wenigen Tagen existieren und noch keine Einträge haben, da muss man mal in ein paar Monaten sehen, was daraus geworden ist.
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De-Mail made in USA [UPDATE 2]

Die Bundesregierung beauftragt hin und wieder das IT-Unternehmen Computer Science Corporation (CSC) (Cache 1, Cache 2). CSC arbeitet auch für die CIA, das FBI und die NSA. Und was kriegen die Geheimdienste so?

Für die NSA programmierte die Firma unter anderem die Software „Trailblazer“, mit der der Geheimdienst Mobiltelefone und E-Mails ausspionieren und die gesammelten Daten auswerten konnte.

Hui. Und die deutsche Bundesregierung, was kriegt die so von CSC?
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Was macht die SAFE im Internet?

SAFE ist die „Schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie“, vergleichbar mit der GVU in Deutschland. SAFE hat auf einer Veranstaltung („Provider Day 2013“) eine Liste mit Seiten verteilt, die sie gerne sperren würden. Diese Sperrliste hat der Chaos Computer Club Zürich veröffentlicht.

Lustig ist, dass SAFE eine Twitter-Suche zu dem Keyword „Urheberrecht“ in die Startseite eingebettet hat. Und so gibt es derzeit fast nur Tweets zu sehen, die auf den Netzpolitik.org-Bericht hinweisen – und darüber steht passender Weise „Was macht die SAFE im Internet?“. :-)

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Radio-Feature über Stuttgart 21: Abstellgleis für alle

Die ARD hat ein tolles Radio-Feature über Stuttgart 21 gemacht. Dafür hat sich der Autor Wilm Hüffer vom SWR aber nicht mit den Gegnern getroffen, sondern mal nach sachlichen Gründen gegen das Projekt gesucht – und die gibt es in dem Feature zu hören.

Da erklärt Anton Hofreiter vom Bundesverkehrsausschuss beispielsweise, dass sich die Bahn lieber um weitaus wichtigere Infrastruktur-Probleme kümmern sollte statt um Stuttgart 21. Der Direktor vom Schweizer Bundesamt für Verkehrswesen, Peter Füglistaler, skizziert, weshalb Stuttgart 21 in einigen Jahren zum Problem für die Güterstrecke zwischen Deutschland und Italien werden kann.

Weitere interessante Details kommen von Michael Holzhey sowie internen Dokumenten, die vorgelesen werden. Auch der Projektsprecher von Stuttgart 21, Wolfgang Dietrich, sowie sein Vorgänger Wolfgang Drexler kommen zu Wort.

Hier gibt es das 53minütige Feature als Podcast und Manuskript.

Bundestrojaner auch in Niederlande, Österreich und Schweiz

Laut DigiTask, die den Bundestrojaner programmiert haben, wurde „eine ähnliche Software“ auch schon an die Niederlande, die Schweiz und Österreich verkauft – in Österreich steht die Einführung der Online-Durchsuchung kurz bevor, allerdings wurden dort schon 2008 Key-Logger eingesetzt (was der Staatstrojaner auch kann). Vielleicht können die dortigen Parteien auch mal Anfrangen an die Landtage stellen und mal erfragen, ob das stimmt und in welchem Umfang diese Trojaner eingesetzt werden, welche Funktionen genutzt werden und so weiter.

Mit dem Ausland bietet das Thema noch viel Zündstoff und die Sache wird uns sicherlich noch einige Zeit lang beschäftigen. (Für uns, die wissen wie der Hase läuft, heißt das: Augen auf, das ist DIE Gelegenheit um mal unliebsame Sachen durchzuwinken!)