Italien spricht sich gegen Atomkraft aus [UPDATE]

Nach der Schweiz will nun auch Italien aus der Atomkraft aussteigen. Die Italiener hatten eine Volksabstimmung darüber und nach derzeitigen Hochrechnungen haben sich über 50% gegen die Atommafia gestellt.

Sehr interessant ist dabei, dass Berlusconi durch seine Macht bei den Staatsmedien versucht hat, dass möglichst niemand von dieser Volksabstimmung überhaupt mitbekommt:

Zwar war die Zeit zur Mobilisierung der Stimmberechtigten kurz wie selten. Und auf Geheiß des regierenden Medienzaren war im wichtigsten Informationsmedium des Landes so gut wie nichts vom Referendum zu sehen. Berlusconi gehören die drei führenden privaten Fernsehstationen und qua Amt hat er großen Einfluss auf die staatlichen TV-Programme.

Aber überall im Land engagierten sich Studenten und Bürger, Liedermacher und Priester. Am römischen Kolosseum, an den Türmen von Bologna, den Brücken in Venedig hingen Plakate. Neun Stunden musizierten und aktivierten populäre Musiker Tausende zumeist junger Menschen auf der römischen „Piazza del Popolo“ ebenso wie in Bologna und Mailand. Pizzabäcker boten ihre Produkte denen gratis an, die mit einem „Ich habe abgestimmt“-Beleg vorbei kamen. Kleinstadtprediger und Kardinäle, selbst der Papst, meldeten sich mehr oder weniger dezent zu Wort. Das alles gab es in Italien lange nicht.

Zum Glück ist das in Deutschland nicht so einfach mit dem Machteinfluss auf die öffentlich-rechtlichen Sender.

Erinnert sich eigentlich noch jemand an die Worte von Merkel und Co. vor dem Moratorium, dass wir nicht aus der Atomkraft aussteigen können, weil alle anderen Atomkraft voll super finden? Das sieht man ja an der Schweiz und an Italien, wie toll die Leute da die Atomkraft finden. Es sei auch nochmal auf die Österreicher verwiesen.

UPDATE: Der SPIEGEL hat das leider etwas ungenau geschrieben gehabt: 57 Prozent der Italiener sind zum Volksentscheid gegangen und haben mit 94,6 Prozent für den Atomausstieg gestimmt (Quelle).