Das Social Media Team hat am Wochenende frei (UPDATE)

Ich bin ja schon länger der Meinung, dass die meisten Social Media Kanäle von Unternehmen vollkommen falsch konzipiert sind. Wer als großes (und damit meine ich wirklich großes) Unternehmen im Internet präsent sein will, sollte ein Social Media Team in zwei oder drei Schichten arbeiten lassen, von morgens 6 Uhr bis abends 23 Uhr sollte der Account bedient werden – und das täglich, sogar an Feiertagen.

Beispiele solcher Unternehmen sind Zeitungen wie @DerWesten, Fernsehsender wie @ProSieben und @ZDF, sogar die Bahn hat unter @DB_Bahn fast die von mir geforderten „Öffnungszeiten“, ebenso wie @Telekom_hilft. Nur am Wochende sieht es bei Bahn und Telekom etwas Mau aus, Feiertags ist dort geschlossen.

Das Stichwort heißt Personalkosten, denn die will natürlich niemand für ein großes Social Media Team ausgeben. Zumal es nur schwer messbar ist, ob durch Social Media auch höhere Gewinne (Produktverkäufe, Werbeeinnahmen, Quoten, …) erzielt werden. Und so gibt es mal wieder einen tollen Fall dazu: Vodafone hat einen Shitstorm buchstäblich verschlafen. Eine Kundin hatte auf der Facebook-Seite des Mobilfunkhändlers eine Beschwerde gepostet – das war letzten Mittwoch. Und dann passierte folgendes:

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Mein Eindruck von Zurker (inkl. Invite)

Das soziale Netzwerk Zurker geht gerade durch das Netz und wird als „das Anti-Facebook“ bezeichnet. Ich habe mir Zurker mal angesehen, hier ist mein Profil.

Erstmal ein paar Worte zu Zurker selbst: Zurker hat ein wie ich finde spannendes Modell, nämlich, dass jedes Mitglied Anteilseigner von Zurker ist [UPDATE: die Option hat, Anteilseigner zu werden]. Wer Freunde empfiehlt, kann diese Anteile Option erhöhen. Das finde ich insofern interessant, weil es die Entwicklung des Netzwerkes durchaus beeinflussen wird, wenn das Netzwerk den Mitgliedern gehört.

Wenn Zurker mal public geht wird es auch spannend, wie das Netzwerk mit der Weiterentwicklung umgeht. Wer bestimmt, welche neuen Funktionen es geben soll? Wer bestimmt einen Design-Relaunch? Alle Mitglieder? Oder wie bei der GEMA nur diejenigen, die besonders viele Anteile haben? Das dürfte wirklich noch interessant sein.

Praxis

Aber kommen wir zur Praxis. Anmelden geht über diesen Invite-Link, und bei der Anmeldung gibt es auch schon die erste Kritik. Neben der üblichen Bestätigung der AGB gibt es dann nämlich diesen Hinweis:

Auf der einen Seite ist eine solche Beschränkung, dass man nur einen Account registrieren darf, sinnvoll wegen den Anteilen an Zurker. Auf der anderen Seite ist genau diese „du darfst nur einen Account haben“-Regel eine der vielen Kritikpunkte an sozialen Netzwerken (ja, auch Facebook und Google+ haben diese Regel glaube ich).

Zum Schluss der Registrierung (bevor man einen Bestätigungslink per E-Mail bekommt) wird man zudem gezwungen, ein Foto hochzuladen:

Das fordert nichtmal Facebook bei der Registrierung. Hat man die E-Mailadresse bestätigt, wird man zudem aufgefordert, Interessen in Form von Schlagworten anzugeben. Immerhin, dies kann man einfach leer lassen.

Nächster Kritikpunkt: Das Design. Die Farben mögen ja noch okay sein, aber der Rest sieht aus wie eine Alpha-Alpha-Version. Scheinbar hat Zurker ein billiges (kostenloses?) Icon-Set geplündert, was eigentlich zu klein ist und wodurch viel Leerraum entsteht. Bei Google+ waren die Icons wenigstens größer.

Was die Einstellungen angeht, gibt es einige tolle Sachen: Zum Beispiel kann man bei seinen E-Mailbenachrichtigungen festlegen, welche man bekommen möchte, wie (gesammelt oder instant) und wann (man kann beliebig viele Tage und beliebig viele Uhrzeiten, jeweils zur vollen Stunde, auswählen).

Was aber aus Datenschutz-Sicht extrem negativ ist: Zurker verwendet Google Analytics. Und das nicht nur auf einigen Seiten, sondern auf allen Seiten. Hier zum Beispiel bei den Einstellungen:

Spätestens hier kann man nicht mehr behaupten, dass Zurker besser sei als Facebook. Facebook hat intern zwar auch Statistik-Tools laufen (man denke an „Insights“), aber wenn man besser sein will als Facebook, sollte man gar keine Statistiken laufen lassen – und schon gar nicht extern über Google Analytics.

Das „connecten“ funktioniert zwar einfach, doch das Finden nicht: Das geht hauptsächlich nämlich über die Schlagworte, die man im eigenen Profil anklickt und dann auf einer Liste landet, auf der alle Profile aufgelistet sind, die auch dieses Schlagwort im Profil stehen haben. Lob an der Stelle, dass es statt Freunde tatsächlich Kontakte heißt.

Hinter Zurker stehen angeblich nur zwei Leute: Jessica D., die nichtmal ihren Nachnamen verraten will. Und Nick Oba, der scheinbar schon einge Projekte an die Wand gefahren hat. Außerdem wird im Internet verbreitet, die Winklevoss-Zwillinge hätten mit Zurker zu tun – eine seriöse Quelle habe ich dazu aber nicht gefunden.

Fazit

Bislang nur „just another network“. Die AGB sind von Dezember 2011, in den USA scheint es Zurker auch schon länger mit Invite zu geben. Dass seitdem nicht an diesem schrecklichen Design rumgebastelt wurde, überrascht mich. Und, ganz ehrlich: Ein soziales Netzwerk, dass auf allen Seiten Google Analytics einsetzt, kann ich nicht als „Anti-Facebook“ bezeichnen.

Wer sich trotzdem anmelden will: Hier lang.

Ob ich Zurker nutzen werde? Hm, ich glaube nicht. Vermutlich werde ich in den nächsten Tagen nochmal ein bisschen damit rumspielen, aber mir gefällt das Ding irgendwie nicht. Design und Google Analytics sind echt extrem große Negativpunkte.

(via)

The Social Network Song Oh Oh Uh Oh Oh

Schon jetzt mein Favorit, obwohl mich der Eurovision Songcontest eigentlich ohnehin nicht sonderlich interessiert und ich erst recht nicht für irgendwen anrufen würde: „The Social Network Song Oh Oh Uh Oh Oh“.

Das ist er also, der veränderte Facebook-Song für San Marino: Ohne Facebook, dafür mit mehr „Oh“ und „Uh“, „Beep“ und natürlich Googling, Giggling, Gaggling. Dazu das ganze noch etwas technisch aufgemotzt, was dadurch auch technischer klingt (furchtbar, warum macht man sowas?!).

Doch gerade weil er so trashig, so lustig und obendrein ein Ohrwurm ist, ist er mein Favorit. Die Dame hat selbst eine offizielle Facebook-Page, laut Wikipedia und Google jedoch keine eigene Website. Soviel Ironie ist geradezu genial.

Ein Platz in der „Hall of Trash“ ist damit mehr als verdient, wenigstens ist der Song bislang auch nicht GEMAgef… gesperrt. Das kommt dann, wenn es einen Sampler vom ESC gibt.

(Direktlink)

Giggity Giggity Goo.

Hitler Reacts To Search Plus Your World

Ohje: Hitler hat herausgefunden, dass Google mit Search Plus Your World die Google-Suche verändern will. Aber seht es euch selbst an:

Im Video kommt einiges an SEO-Sprache vor und genau das ist auch das Hauptproblem, dass die meisten SEOs jetzt Google+ einrennen werden, dort ihre Internetseiten +1en und versuchen möglichst viele Freunde zu kriegen damit in möglichst vielen Suchergebnissen ihre Internetseiten dann höher gelistet werden.

Ich glaube, dass Google sich damit das eigene Google+-Grab geschaufelt hat, denn auf der einen Seite ist die Idee zwar toll, aber die SEOs werden das natürlich ausnutzen bis zum geht nicht mehr. Wahrscheinlich kann man sich dann auch bald im dreckigen SEO-Bereich +1en kaufen, so wie man sich YouTube-Likes und Facebook-Likes kaufen kann.

Übrigens nutze ich Google+ mittlerweile fast gar nicht mehr. Größtenteils fehlt mir einfach der Reiz, mich da auch noch drum zu kümmern. Twitter ist bei mir Standard und zu Facebook kann ich via Selective Tweets wenigstens noch einige Tweets hinsenden und alle paar Tage (wegen Freunden) vorbeigucken, aber bei Google+ ist niemand für den ich extra nachgucken würde.

Fazit: Google+ kam einfach viel zu spät, vor ein paar Jahren wäre meine Nutzung sicher nochmal anders gewesen. Dazu kommt dann natürlich auch noch, dass es nach der Public-Phase eine Menge SEO-Leute gab, die dort alles überschwemmt haben und das neue Search Plus Your World wird, wie schon geschrieben, auch eher den SEO-Leuten in die Hände spielen.

(Wer es nicht weiß: Das Video ist ein Meme. Bescheuerte Kommentare werden ohne Vorwarnung gelöscht. Welcome to the Internet.)

Social Media Marketing (Rezension)

Das Buch Social Media Marketing dreht sich um Marketing in Social Media (ach, wer hätte das gedacht? ;-). Es ist an Studenten und Unternehmen gerichtet und zeigt auf, wie man Social Media (Blogs, Twitter, Facebook etc.) für Marketingzwecke nutzen kann.


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