Sparen wir uns die Wehrpflicht

Gerade bei der Tagesschau gelesen, was Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der Presse da gesagt hat:

Grundsätzlich sei er ein Befürworter der Wehrpflicht, so der CSU-Politiker. Er machte jedoch deutlich, dass kurzfristige Einsparungen im Verteidigungsetat „nur im Bereich des Personals zu erzielen sind“. Die Reduzierung des Personals könne „durchaus zur Folge haben“, dass sich der Grundwehrdienst nicht mehr „in der jetzt vorgesehenen Form“ aufrecht erhalten lasse.

Wow! Das wäre ja eigentlich revolutionär, wenn die Wehrpflicht endlich wegfallen würde. Ich finde, jede/r sollte selbst entscheiden, ob er/sie zur Bundeswehr gehen will oder nicht. Freiwillige gibt es immernoch genug.

Das Einzige, was daran schade ist: Die Politiker würde die Wehrpflicht-Abschaffung aus Kostengründen, nicht aus menschlichen Gründen beschließen. Außerdem vermute ich, das die Wehrpflicht dann nur für einige Jahrgänge ausgesetzt wird. Wenn die Wehrpflicht nämlich einmal abgeschafft wäre, würden die Politiker eine Neueinführung nicht schaffen, denn die Proteste aus dem Volk wären wahrscheinlich viel zu groß, immerhin sprachen sich 80% der Deutschen gegen eine deutsche Beteiligung beim Irakkrieg aus.

Für immer auf die Wehrpflicht verzichten wird die Bundesregierung aber sicherlich auch nicht wollen. Immerhin besser als gar keine Aussetzung. Wie wäre es als nächsten Schritt, die Jungs da unten im Irak und in Afghanistan gänzlich abzuziehen? Immerhin ist ein Krieg auch teuer und ich finde es ohnehin sinnlos, das sich die Bundeswehr an solchen Kriegszügen beteiligt. Als Verteidigungsarmee sollte sie unser Land verteidigen, aber nicht in andere Länder einfallen, die Deutschland vermutlich niemals angreifen würden.

Und nebenbei: Solange die Wehrpflicht nur für Männer besteht soll mir niemand mit Gender und Gleichberechtigung kommen. ;-)

(Bild: Jollyroger unter CC-BY-SA 2.5)

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