KinderServer ohne Piraten [UPDATE]

Derzeit geht ein Screenshot auf Twitter rum, auf dem zu sehen ist, dass die Website der Piratenpartei bei dem gestern vorgestellten „KinderServer“ gesperrt ist. Gleichzeitig sollen die Websites der anderen Partein erreichbar sein.

Der „KinderServer“ ist praktisch das, was Zensursula einführen wollte: Ein Proxy, mit dem Internetangebote gefiltert werden. Beim „KinderServer“ wird alles gefiltert, was nicht für Kinder und Jugendliche sein soll, also zum Beispiel Erotikseiten.

Aber warum sind bei den Parteien nur die Piraten gesperrt? Ganz einfach: Der „KinderServer“ nutzt die Whitelist von FragFINN, einer Kindersuchmaschine hinter denen mehrere Konzerne wie Bertelsmann, Telekom, Google und Microsoft stehen. Dort ist die Piratenpartei derzeit nicht freigegeben:
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Links 15

Die Links sind diesmal schon etwas älter. Macht aber nichts.

Weser Kurier: Wiesenhof ist Trikot-Verkaufsbremse
Ihr erinnert euch an „Das System Wiesenhof“? Und daran, dass Wiesenhof seit August der Sponsor von Werder Bremen ist? Nun, Einzelhändler und Fanshop verkaufen nur Blanko-Trikots, weil fast niemand die Wiesenhof-Werbung haben will. Die Blanko-Trikots gibt es, weil der Sponsor erst nach der ersten Trikot-Produktion feststand. Einzelhändler versuchen sogar über das Ausland an weitere Blanko-Trikots zu kommen. Fein! :-)

taz.de: Idee der Piraten: Berlin brüskiert Daimler
Es gibt auch gute Nachrichten von Piraten. In Berlin haben sie es geschafft, dass ein Bezirksparlament die Straße der zukünftigen Firmenzentrale von Daimler nicht nach deren Namensvorschlägen benannt hat. Stattdessen wurde die Straße nach der jüdischen Bildhauerin Edith Kiss benannt, welche 1944 in das Konzentrationslager in Ravensbrück deportiert wurde und im Daimler-Benz-Werk in Ludwigsfelde Flugzeugmotoren montieren musste. Der Vorschlag kam von den Piraten, ein toller Schachzug.
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LSR-SEO [Update]

Die Verlage wollen mit dem Leistungsschutzrecht ja Geld von Google haben. Umso witziger ist es, dass sie auf der einen Seite Google bekämpfen, auf der anderen Seite aber der SPIEGEL seit neuestem auf SEO setzt und auch bei Axel Springer sucht man einen SEO-Typen (vorsicht, Link geht zu Springer).

(via @christanheise & @lorz)

UPDATE: Der „Journalist“ hat auch noch was zu Google-News-SEO der Verlage. Geschätzte 40-50% der Leser kommen von Google und Google News, außerdem hat Google News einen Bug: Wenn ein Artikel geupdatet wird, wird er als neuer Artikel nach oben geholt. Somit lohnt es sich also, einen Artikel öfters zu republishen.

Deswegen sieht man öfters bei Themen nur eine kurze Meldung und darunter ein „Mehr in Kürze hier bei XY“, damit die bei Google möglichst oben stehen und somit viele Klicks erhalten. Im Artikel werden aber auch Beispiele von Stern, Die Welt und Focus gezeigt, die allesamt ihre Artikel-Überschriften und -URLs nur leicht abändern, um nach oben zu gelangen.

Und diese Leute bekämpfen Google. Die schaufeln sich also online jetzt gerade ihr eigenes Grab, denn Google wird denen natürlich keinen Cent zahlen sondern eher aus dem Index schmeißen, so wie damals in Belgien.

VDS: Gutachten nach Wunsch?

Im aktuellen SPIEGEL gibt es einen Artikel, der unter dem Titel „Gutachten nach Wunsch“ berichtet, dass es von der Studie zur Vorratsdatenspeicherung (VDS) eine vorherige Version gab, die das Gegenteil der veröffentlichten Studie behauptet.

Der SPIEGEL hat dazu natürlich nichts online, weil ihr deren Totholz kaufen sollt. Mir liegt der Artikel vor, zudem gibt Heise den Artikel teilweise 1:1 wieder.

Was bei Heise nicht steht: Laut SPIEGEL hat das Max-Planck-Institut für die erste Fassung hauptsächlich Staatsanwälte, Richter und Polizisten im In- und Ausland befragt. Diese haben dann natürlich gesagt, dass IP-Adressen- und Telefondaten-Abfragen „nun regelmäßig“ scheitern. Auch die Kinderporno-Keule kommt zu tragen:

Viele Fälle vor allem bei der Kinderpornografie blieben „derzeit offensichtlich unaufklärbar“, schrieben die Wissenschaftler.

Diese Position und Argumentation der Ermittlungsbehörden ist bekannt und keineswegs neu. Deswegen hat das Bundesjustizministerium dann auch gesagt, der Kriminologe und Herausgeber der Studie, Hans-Jörg Albrecht,

[…] habe sich in der Studie zu sehr auf die Wünsche der Ermittler konzentriert […].

Erst dann wurde der Schwerpunkt auf die Effizienz der Ermittlungen und Aufklärungsquoten gesetzt.

Das Bundesjustizministerium hat also erkannt, dass die erste Fassung der VDS-Studie nur mit Pro-VDS-Argumenten vollgestopft war, aber nicht mit den wirklich wichtigen Fakten, nämlich wie effizient die VDS wirklich ist.

Mich wundert es natürlich nicht, dass die CDU/CSU mit ihrer Alibipolitik die Effizenz der Vorratsdatenspeicherung vollkommen egal ist und sie lieber die erste Fassung voller Pro-VDS-Argumenten haben wollen.

Ein Geschmäckle bleibt natürlich, aber das Studien auch beeinflusst werden können ist auch keine wirkliche Neuigkeit. Außerdem hat sich durch die VDS-Studie bislang ja auch nichts geändert, insofern sollte man die Auswirkung der Studie auch nicht überbewerten.

Links 5

Spreeblick verlost fünf Muppets-Sonderhefte samt Kermit-Figuren. Bis Montag könnt ihr drüben per Kommentar mitmachen.
CARTA wird wiederbelebt. Ich bin gespannt, was daraus jetzt wird.
Die „BILD“ hat Fotos benutzt, obwohl ihr die Verwendung zuvor untersagt wurde. Wenn also jemand von der Axel Springer AG mal wieder über Urheberrechtsverletzer schimpft und das Leistungsschutzrecht fordert, sollten wir alle automatisch in schallendes Gelächter fallen und auf diesen aktuellen Vorfall verweisen. :-)
Der SPIEGEL hat einen schönen Service-Vergleich zwischen Einzelhandel und Amazon. Deswegen kaufe auch ich gerne bei Amazon ein.
Neues US-Copyrightgesetz OPEN. Schonmal im Auge behalten, das ist nach SOPA und PIPA der nächste Angriff, Facebook und Google haben die schon ins Boot gezogen.
Kim Schmitz looking at things. Ohne Kommentar. :-)
Video: Twatort Berlin. Schon alt, ich weiß, es sei hier aber verewigt.