Heise: Verschlüsselung – nein danke!

Telepolis hat mal nachgefragt, wie das mit Verschlüsselung bei Journalisten größerer Medien aussieht. Das Ergebnis ist erwartungsgemäß ernüchternd, nichtmal PRISM kann da was ändern. Und wenn es einige wenige Ausnahmen gibt, etwa bei der ZEIT oder bei der taz, dann:

Auf den jeweiligen „Kontakt“-Websites liest man jedoch nichts zum Thema, von öffentlichen Schlüsseln keine Spur.

So wie bei Heise: Hier nicht, hier auch nicht, c’t nicht, ix nicht, Technology Review nicht. Bei Telepolis auch nicht – hier sind die E-Mail-Adressen sogar als Grafiken zu sehen, das kommt noch aus der Pre-Spamfilter-Ära.
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Georg Schramm zu möglicher Bundespräsidenten-Nominierung

Ah, endlich hört man auch etwas von Georg Schramm, den wir ja alle gerne mal als Bundespräsidenten hätten. Sein Agent hat sich zu einer Anfrage von Telepolis wie folgt geäußert:

„Georg Schramm benötigt etwas Zeit um sich zu entscheiden, wie er auf die vielen Anrufe und Mails reagieren wird, die ihn zu einer Kandidatur um das Amt des Bundespräsidenten drängen; wir werden diese Entscheidung öffentlich machen, ich bitte noch um ein paar Tage Geduld.“

Oh ich hoffe doch, dass er nichts dagegen hat und ihn die Piraten vorschlagen. Er wird ja eh nicht gewählt, aber die Nominierung an sich wäre schon ein Oberknaller. :-)

"Bild: Wikimedia" *UPDATE*

Bettina „Twister“ Hammer, Bürgerrechtlerin und Autorin, hat bei Telepolis einen Beitrag über Kostüme in Comics geschrieben. Ich will nicht auf das inhaltliche eingehen, denn mir fiel beim Überfliegen des Artikels etwas ganz anderes auf.

Die Bilder im Artikel stammen aus der englischen Wikipedia. Das wäre kein Problem, wenn die ersten Bilder nicht lediglich mit „Quelle: Wikimedia“ und „Bild: Wikimedia“ betitelt wären. Die Urheber werden also nicht genannt, das lässt schon mal stutzig werden. Tatsächlich ist das erste Bild dann auch direkt „(c) 1941-2005 Marvel Characters, Inc. ALL RIGHTS RESERVED.“ und in der Kategorie „Non-free comic images“. Das Bild wurde also nicht von einem Urheber eingestellt, sondern von einem Nutzer und mit der in den USA zulässigen Fair-Use-Regelung in der Wikipedia genutzt, wie man unter dem Bild auch lesen kann. So verhält es sich auch bei einem weiteren Bild, welches „© Warner Bros., The CW Television Network, & DC Comics“ ist und ebenfalls dank Fair Use in der Wikipedia genutzt werden kann.

Der Haken dabei: In Deutschland gilt Fair Use nicht, somit darf man die Bilder natürlich nicht einfach so in Deutschland verwenden, schon gar nicht mit dem falschen Verweis „Bild: Wikimedia“. Bei den anderen Bildern ist wenigstens der Copyright-Inhaber genannt, ob die Verwendung damit legaler wird sei dahingestellt.
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Telepolis-Fail zu 9/11

Ich könnte mir gerade sonstwo hin beißen. Qualitätsjournalismus, my ass! Nichtmal Telepolis kann man noch vertrauen.

Worum geht’s? Um die beiden Leseproben zu dem 10-Jahre-nach-9/11-Buch. Ich merkte bei der zweiten Leseprobe ja an, dass das alles wie Gerhard Wisnewski klingt. Und das sagt Wikipedia zu den Autor des 10-Jahre-nach-9/11-Buches, Mathias Bröckers:

Bröckers ist neben Gerhard Wisnewski und Andreas von Bülow einer der bekanntesten und publizistisch erfolgreichsten Vertreter von Verschwörungstheorien zum 11. September 2001 im deutschen Sprachraum. Mit seiner „WTC-Conspiracy“-Reihe beim Online-Magazin Telepolis wurde Bröckers einem größeren Publikum bekannt und erzielte mit seinem folgenden, bei Zweitausendeins erschienenen Buch Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9. hohe Auflagen.

Na super.

Warum ich mich ärgere: Klar, dass Telepolis da Schrott ins Netz stellt, das ist die eine ärgerliche Sache. Damit ist auch Telepolis kein wirkliches Qualitätsmedium mehr, heißt, dass ich weniger Telepolis-Artikel lesen werde, weil ich damit rechnen muss, dass die noch mehr solcher Autoren da beherbergen.

Auf der anderen Seite hätte ich ja auch einfach mal die Autoren-Namen googeln können, was ich nicht getan habe, weil Telepolis einen Vertrauensvorschuss hatte („Wenn die das Buch da bewerben, dann wird das schon kein Schwachsinn sein“). Dieser Vorschuss ist jetzt natürlich weg.

Unter dem Strich bleibt ein Recherche-Fail meinerseits und die erschreckende Erkenntnis, dass jeder bei Telepolis seinen Müll abladen kann – und das nicht nur bekannter Weise in den Foren, sondern auch in den Artikeln. Tja, gar nicht so einfach, bei den Verschwörungstheoretikern den Überblick zu behalten. Kein Wunder also, dass die bei Leuten, die nicht so aufgeweckt sind, auf nährbaren Boden treffen und für Wahrheitsvermittler gehalten werden (weil, wer ein Buch schreibt, der muss ja die Wahrheit schreiben… oder? ;-).

Ich habe das Wisnewski-Buch übrigens mal auf meine Wunschliste gepackt und das Angebot dazu steht immernoch (ich lese das Buch und blogge nach jedem Kapitel über den Schwachsinn, den Wisnewski schreibt, wenn mir jemand vorher das Buch kauft). :-)