Der Castor rollt wieder

Heute gegen 16 Uhr ist der Castor-Transport in Frankreich gestartet. Auf castorticker.de gibt es aktuelle Infos, diesmal wurde sogar aufgerüstet und es gibt Extras wie eine Mobile-Version, Feeds, SMS-Benachrichtigung, Telefon-Bandansage und mehr.

Das Ziel des Castor-Transportes ist die Lagerhalle in Gorleben, deren Strahlen-Grenzwerte laut Greenpeace noch bis Ende des Jahres überschritten sein werden, selbst ohne die neuen Castoren.

UPDATE: Die taz hat auch wieder einen Castor-Ticker über die Proteste.

ARD-Dokumentation über WWF

Mittlerweile dürfte jeder mitbekommen haben, dass es eine kritische Dokumentation über die Umweltorganisation WWF gibt. Wer diese noch nicht gesehen hat, bitte schön:

Die Doku ist auch in der ARD-Mediathek zu finden.

Die Ausstrahlung war am Mittwoch, somit gibt es jetzt auch schon einiges mehr: Während der Ausstrahlung hat WWF Deutschland über den Twitter-Account @WWF_antwortet live getwittert, mittlerweile ist dieser Account von Twitter aus unbekannten Gründen gesperrt worden. WWF bemüht sich weiterhin, über den offiziellen Twitter-Account die Wogen zu glätten. Auf Facebook hagelt es aber weiter Kritik. (Podcast-Tipp: Paula Hannemann, Social Media Managerin bei WWF Deutschland, hat vor kurzem im Medienradio über die Social Media Strategie von WWF erzählt.)

Außerdem gibt es mittlerweile einen „Faktencheck“ von WWF, in dem sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen werden.

Bei Wikio gibt es ein Wiki, dass sich mit der WWF-Doku befasst. Derzeit ist dort noch wenig zu finden. In der deutschen Wikipedia existiert auch schon ein Artikel über die Doku.

In der taz gibt es noch ein Interview.

Deutsche Atomkonzerne

Willkommen bei den deutschen Atomkonzernen. Machen Sie die kurze Führung mit und lernen sie uns besser kennen.

Mal wieder eine grandiose Animation von Alexander Lehmann, mit Sprecher Ernst Walter Siemon und Musik von keine kennen keine.

Atomausstieg könnte verfassungswidrig werden

Wir wissen ja, dass die Atommafia sehr klagefreudig ist, wenn sie ihre Felle davonschwimmen sehen. Also sollte auch das Gesetz zum Atomausstieg bombensicher gemacht werden, sodass es nicht am Bundesverfassungsgericht scheitern kann.

Doch genau danach sieht es gerade nicht aus:

Wolfgang Renneberg, der elf Jahre lang im Bundesumweltministerium für die Atomaufsicht zuständig war und nicht nur Physiker, sondern auch Jurist ist, kritisiert den Gesetzentwurf scharf. Wenn man wolle, dass das Atomgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht scheitert, dann könne man das so lassen, so Renneberg lakonisch während einer Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages.

Na prima! Hoffentlich haben die Politiker diesen Sarkasmus verstanden, das weiß man bei denen ja nie so genau.

Irgendwie ist bei CDU/CSU auch noch nicht angekommen, dass durch das Abschalten der Atomkraftwerke die erneuerbaren Energien ausgebaut werden müssen:

Dass keinerlei Interesse an zusätzlichen Erzeugungskapazitäten bei Onshore-Windanlagen besteht, zeigte schon Minister Peter Ramsauer auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel und seinen Kabinettskollegen Rösler und Röttgen, als er erklärte, dass bestehende Windkraftanlagen durch weniger, aber leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden sollten. Anstatt den technischen Fortschritt zu nutzen, um auf gleicher Fläche mehr Strom zu produzieren, soll die Fläche verringert und der Ertrag beibehalten werden.

Unfassbar! Denken die eigentlich auch mal vorher darüber nach, was die da verzapfen?!?

Der "Clean Tech Media Award" und der Umweltschein

Es gibt gerade eine Abstimmung über den „Clean Tech Media Award“. Dieser soll eine Brücke zwischen Industrie und Ideengebern schlagen, die Ideen zur Umwelt haben. Genauer:

Ausgezeichnet werden Pioniere der Umwelttechnik, die mit Innovationskraft und Begeisterung „grüne“ Technologien entwickelt haben. Ebenso wie Prominente, Medien- und Kulturschaffende, die durch ihr Engagement Botschafter eines ökologischen Lebensstils sind und die Popularität nachhaltiger Technologien fördern.

Ein Preis für Umweltprojekte also. Tja, nur dumm, dass die Hauptsponsoren Vattenfall und Opel sind (Bonus-Lacher: Als Medienpartner hat sich lediglich Springer mit „DIE WELT“ und „Hamburger Abendblatt“ bereit erklärt). Gut, dank Atomkraftwerken und Autoabgasen ist die Glaubwürdigkeit dieses „Umwelt“-preises zwar schon weg, aber mit dieser Nominierung wird noch einer draufgesetzt:

Während RWE weiter auf Atomkraft setzt und wegen der Abschaltung von Biblis A beim Moratorium Klage eingereicht hat, will sich das Tochterunternehmen RWE Effizienz GmbH dort als „Pioniere der Umwelttechnik“ feiern lassen.

Wer den „Clean Tech Media Award“ jetzt ernsthaft noch für einen Umweltpreis hält, sollte nochmal von vorne lesen. Es ist sicherlich auch kein Wunder, dass weder BUND, noch Greenpeace, noch irgendeine andere Naturschutzorganisation diesen Preis unterstützt.