GEMA und Musikinstrumente

Im Internet ging die Tage die Story rum, dass die GEMA eine Pauschalvergütung für „Play Me, I’m Yours“ möchte. Ein Projekt, bei dem Klaviere in München aufgestellt waren, an denen die Passanten dran klimpern sollten. Die Begründung der GEMA:

Für die GEMA ist der Fall prinzipiell eindeutig, wie bei einem Anruf zu erfahren war. Es gehe um Urheberrechte, möglicherweise werden auf den Klavieren Stücke öffentlich aufgeführt, die lizenziert sind, dafür gebe es Pauschalen, die zu entrichten seien.

Schon 2010 berichtete Telemedicus über die „Neue Geräteabgaben für Musikinstrumente“. Dort hieß es:
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Waschlappen

Im Bundestag wurde die Schutzfrist für Tonaufnahmen verlängert. Statt bislang 50 Jahre gilt die Schutzfrist nun 70 Jahre. Damit haben sie eine EU-Richtlinie umgesetzt. Klar, schwarz-geld war natürlich dafür. Man könnte meinen, die Grünen wären dagegen, schließlich hatten die ja mal einen Kulturflatrate-Vorschlag gebracht. Irrtum, die Grünen haben auch dafür gestimmt.

Die SPD hat sich enthalten und die Linke hat dagegen gestimmt. Jetzt holt das Popcorn raus:

Aus der SPD-Fraktion hieß es dagegen, dass die mit der Richtlinie verbundene, von der Rechteverwerter-Lobby in Brüssel durchgesetzte Ausdehnung der Schutzfristen sachlich nicht notwendig sei. […] Die Grünen monierten, dass die Verlängerung politisch problematisch sei, da sie zu Lasten der Interessen der Verbraucher sowie der eigentlichen Werkschöpfer gehe. Sie hätten sich trotzdem entschieden, die Umsetzung der EU-Vorgaben mit dem Entwurf zu unterstützen.

Die SPD ist also dagegen, hat uns aber mal wieder verraten indem sie sich enthält. Und die Grünen finden das eigentlich auch alles doof, aber die parlamentarischen Zwänge halt.

Und diese Waschlappen wollen gewählt werden?!

„In den USA wäre ich steinreich“

Gerade drüben gebloggt, dass der Tagesspiegel eine Homestory über den John Sinclair-Autor Helmut Rellergerd alias Jason Dark gemacht hat. In der Story heißt es:

Umgekehrt hängt aber auch Rellergerd an seinem Helden fest. Er ist sein Lebenswerk, sichert ihm sein Einkommen. Allerdings: Der Heftchenverlag Bastei Lübbe zahlt pauschal, Rellergerd ist nicht an den Verkäufen beteiligt. Und die sind gigantisch: Insgesamt wurden von Rellergerds Reihe 400 Millionen Hefte verkauft. „In den USA wäre ich steinreich“, sagt er hinter seiner Schreibmaschine sitzend, „wie Stephen King“.

John Sinclair gibt es seit 40 Jahren, wie in der Homestory beschrieben sitzt Rellergerd noch heute mit seinen 68 Jahren Tag für Tag (auch am Wochenende) von morgens bis mittags vor der Schreibmaschine und schreibt neue Geschichten (Computer mag er nicht so). Ein Teil der Geschichten werden auch als Hörspiele umgesetzt.

Weiter unten steht, Rellergerd sei zufrieden. Er empfindet aber wenig Wertschätzung vom Verlag, weil Bastei Lübbe die Marke ausschlachte – konkret wird sich auf die Fernsehserie bezogen, die er nicht gut fand. Ob er bei dieser Lizenzabgabe wenigstens beteiligt wurde? Ich vermute nicht.

Dieses Beispiel lässt die ganzen Aufrufe in der Urheberrechtsdiskussion im letzten Jahr in einer noch größeren Farce erscheinen als ohnehin. Solche Fälle sollten wir uns fürs nächste Mal merken, wenn wieder mal eine „Wir sind die Urheber!“-Aktion gestartet werden sollte.

Links 16

SPIEGEL: Steinbrück beklagt sich über geringes Kanzler-Gehalt
Bwahahahaha! An der Stelle sei mal auf die ARD-Doku „Rot-Grün macht Kasse“ verwiesen, in der wunderbar dargelegt wird, wie sich die Wirtschaft bei den Politikern – auch Bundeskanzlern – hinterher bedankt.

heise.de: Bundeskartellamt verhängt Geldbußen gegen ProSiebenSat1 und RTL

Nach Feststellungen des Kartellamts haben sich die beiden Sendergruppen in den Jahren 2005 und 2006 darüber abgesprochen, ihre digitalen Free-TV-Programme in SD-Qualität künftig nur noch verschlüsselt auszustrahlen und dafür ein zusätzliches Entgelt zu verlangen.

Jetzt müssen sie zusammen rund 55 Millionen Euro Bußgeld zahlen und ihre „wesentlichen“ digitalen FreeTV-Programme in SD-Qualität ab 2013 mindestens 10 Jahre unverschlüsselt und entgeltfrei anbieten.
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Links 11

sixuts.cc: Zweiter Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger
Mario Sixtus hat den zweiten LSR-Entwurf geleakt, Heise wollte ja nicht.

Telepolis: Der CDU-Abgeordnete und das Organisierte Verbrechen
Interessante Verbindungen zwischen Bushido und dem CDUler Christian von Stetten, bei dem Bushido sein Praktikum gemacht hat.
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