ARD radiofeature über V-Männer

Nettes ARD radiofeature: „Genosse Quelle, Kamerad V-Mann“. Es geht um V-Männer, in erster Linie generell, aber es werden auch einzelne V-Männer wie Peter Urbach beleuchtet. Es gibt zwar nicht viel neues, dafür so tolle Dinge wie dieses Zitat von Clemens Binninger:

V-Leute sind keine Beschäftigte oder gar Beamte des Staates. V-Leute sind Teil einer kriminellen Szene oder einer extremistischen Szene, und sie werden dadurch nicht in ihren Ansichten geläutert, dass sie bereit sind, für Geld mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten.

Das kann man so stehen lassen. Binninger sagt in dem Feature auch noch, dass V-Männer eigentlich keine Aussteiger sein können, weil sie bei der Ablehnung dieser Gesinnungen schlecht schauspielern können um an brauchbare Informationen heranzukommen. Das klingt einleuchtend.

Später kommt dann, dass solchen V-Männern 1.000 € monatlich an Lohn angeboten wird, natürlich steuerfrei. Kein Wunder, dass es dann so viele Falschinformationen gibt, schließlich müssen V-Männer liefern damit diese Finanzierung nicht wegbricht.

Lustig am Rande noch: Günther Beckstein wollte dem Autor kein Interview geben. Hört selbst, was der mit V-Männern zu tun hat (Stichwort: Martin Wiese).

MP3-Mitschnitt (49 MB)
PDF-Manuskript

Dreck beim Thüringer Verfassungsschutz

Oh, die taz hat was zum Thüringer Verfassungsschutz: Es gibt einen Bericht von 2002, in dem u.a. Geldabzweigung und Günstlingswirtschaft beim Thüringer Verfassungsschutz festgestellt wurde. :-)

Natürlich wird gerade mit Händen und Füßen versucht, dass der Bericht nicht veröffentlicht wird, allen voran von Helmut Roewer, dem damaligen Verfassungsschutz-Präsidenten (man beachte seine Vita). Den Bericht sollen lediglich Landtagsabgeordnete unter Geheimhaltung lesen dürfen.

Wie schön wäre es doch, wenn wir eine funktionierende Leakingplattform hätten oder wenigstens einen Landtagsabgeordneten, der das Ding veröffentlicht und es auf einen Rechtsstreit ankommen lässt. Ich bin mir sicher, dass das öffentliche Interesse in diesem Fall bejaht werden würde.