DRadio Wissen nimmt Yahoo!-Rant offline

Mario Sixtus, bekannt als „Elektrischer Reporter“, hat für Deutschlandradio Wissen einen Rant über Yahoo! und dessen Bilderdienst Flickr mit dem Titel „Der Todesstern des Internets“ eingesprochen. Das an sich ist nichts Spektakuläres, jedoch hat DRadio Wissen den Beitrag relativ schnell wieder offline genommen.

Und jetzt wird es interessant, denn Mario Sixtus schreibt:

Ich habe gerade mit Ralf Müller-Schmid, Redaktionsleiter von DRadio Wissen, telefoniert. Er hat veranlasst meinen Kommentar offline zu nehmen, da DRadio Wissen einen Großteil seiner unter Creative Commons stehenden Illustrationsfotos via Flickr bezieht. Herr Müller-Schmid erklärte, er wolle nicht Gefahr laufen, „Double Standards“ bezichtigt zu werden. Trotz eines längeren Telefonats kann ich seine Position nicht teilen, akzeptiere sie aber wohl oder übel.

Soso, Angst vor Doppelmoral-Vorwürfen. Ziemlich unglaubwürdig, wo doch jeder etwas zu meckern hat, wenn er Dienste nutzt. Wenn ich daran denke, wie Facebook-Nutzer über Spiele und schlechtes handling der Seite klagen oder Twitter-Nutzer immer wieder über den Fail-Whale erbost sind, die Dienste dennoch weiternutzen.

Bemerkenswert ist, dass man hierdran sieht, wie einfach die innere Schere in den „klassischen“ Medien funktioniert: Nur weil ein Dienst genutzt wird, darf er nicht kritisiert werden. Und sowas nennt man dann „Pressefreiheit“.

Wenigstens kann man den Beitrag drüben bei Mario Sixtus hören. Im Kern hat er durchaus recht, obwohl ich hier im Blog Flickr-Fotos nutze und die CC-Suche bei Flickr besser ist als bei Google, so ist Flickr alles andere als modern. Das trifft übrigens auch auf die Website von DRadio Wissen zu, welche ebenfalls aussieht als sei sie von 2005 und Flash statt HTML5 nutzt.