Sharenting-PR

Frank Patalong schreibt im SPIEGEL: „So setzt man Themen-Trends: Wie PR-Themen in den Medien landen“. Es geht darum, dass eine Agentur Patalong einen fertigen Artikel mit Interview zu dem Thema Sharenting angeboten hat. Nach dem Lesen bleiben bei mir aber einige Fragen offen:

  • Warum nennt Patalong nicht wenigstens die Firma? (Ja, Firmen die solchen Dreck in Auftrag geben, gehören genannt.)
  • Wieso hat Patalong nicht bei der Agentur und der Firma nachgefragt, ob bei
    ihnen solche gekauften Artikel zum Alltag gehören? Und wie erfolgreich das ist?
  • Wo sind Journalisten-Kollegen, die von ähnlichen Angeboten berichten können, damit das ganze nicht nach einem Einzelfall aussieht?
  • Weshalb erklärt Patalong ausführlich den Begriff Sharenting anstatt mehr über gekaufte Artikel in Medien zu schreiben?
  • Und zu guter letzt: Warum gibt es seit der Veröffentlichung des SPIEGEL-Artikels vor fünf Tagen nur diesen bei Google News zum Thema Sharenting zu finden? (Gleiches auch beim Zitat.) Haben Agentur und Medien kalte Füße bekommen?

#dasneuerpo

Die Rheinische Post, die sich online „Rheinische Post Online“ (RPO) nennt, hat gestern ihre Internetseite relauncht. Zum Vergleich: Startseite vorher und Startseite nachher. Schauen wir uns das mal genauer an.

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Bundestagswahl 2013: Wahlwerbespots unter der Lupe [UPDATE]

Wahlwerbespot-Check: Was haben sich die Parteien denn kreatives ausgedacht, uns zu überzeugen? Nicht allzuviel, aber schauen wir uns das mal im einzelnen an.

Bundestagsparteien

Die CDU setzt in ihrem Spot komplett auf Angela Merkel. Ziemlich egoistisch. Immerhin wurde „Neuland“ aufgegriffen, aber während Merkel „Ich will ein Land, in dem die belohnt werden, die etwas leisten“ sagt, schuften hierzulande neuerdings die Werkvertragsarbeiter unter Tariflöhnen, nachdem das bei Leiharbeitern nicht mehr geht. Auch sehr bemerkenswert: „Das Richtige ist nicht immer was am Lautesten gefordert wird. Das Richtige ist, was am Ende den Menschen hilft.“ Merkel ist also absolut egal, was die Bürger fordern – Mutti wird schon wissen, was für die Menschen das Beste ist.
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Stikeez – empört euch!

LIDL hat gerade eine Aktion, bei der man Plastikfiguren aus China bekommt, wenn man für mindestens 15 Euro einkauft. Stikeez heißen die, 24 – ich wiederhole: 24! – verschiedene Figürchen haben die da. Und jetzt beschweren sich die Kunden gerade massig auf Facebook (die Medien sprechen natürlich direkt von einem „Shitstorm“, wie sollte es auch anders sein).

Aber halt, bevor ihr applaudieren wollt, dass die Kunden jetzt endlich erkannt hätten dass diese Sammelaktionen nur Bauernfängerei sind und alle keinen Bock mehr darauf haben, lest das hier:

Die Dreingaben waren in vielen Filialen aber schon nach wenigen Tagen vergriffen – obwohl die Aktion bis Anfang Juni laufen sollte. […] Vor allem die Eltern von Kindern reagierten entrüstet. […] In einigen Märkten soll es zu heftigen Streitereien zwischen Kassierern und Verbrauchern gekommen sein. Denn bislang hatte der Konzern jede Nachlieferung kategorisch abgelehnt.

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