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REUTERS: Starbucks stößt Steuerzahlern bitter auf (Cache)
Seit die Kaffeekette Starbucks 2002 in Deutschland Filialen eröffnet hat, hat sie jedes Jahr keine Steuern in Deutschland gezahlt – und das ganz legal. Wegen Lizenzgebühren, die Starbucks an einen Sitz in Holland zahlt, macht die Kette offiziell Verluste und muss somit keine Steuern abführen. Raffiniertes Geschäftsmodell.

wauland.de: Gemeinnützigkeit der Wau Holland Stiftung (Cache)
Weil die Wau Holland Stiftung im Jahr 2010 nur mündliche Absprachen mit WikiLeaks getroffen hat und diese erst Ende 2010 schriftlich in einem Vertrag festgehalten wurden, hat das Finanzamt Hamburg der Stiftung die Gemeinnützigkeit für das Jahr 2010 abgesprochen. Für die darauffolgenden Jahre ist die Stiftung wieder gemeinnützig.
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DKultur: Es geht um Demokratie – und die Presse geht nicht hin
Seit Januar gibt es den Untersuchungsausschuss zur NSU, der sich alle 14 Tage trifft. Doch es gibt kaum Journalisten, die dort regelmäßig sind:

Dutzende überregionale Qualitätsmedien bedienen sich dieser Methode der Instant-Berichterstattung, die darin besteht, dass Schreibtischredakteure Fremdbotschaften wie Agenturmeldungen oder Pressemitteilungen des Parlaments zu Leitartikeln, Kommentaren und Analysen umschreiben. […] Stell Dir vor, es geht um Demokratie, Freiheit und Sicherheit – und die Journalisten ziehen es vor, nicht hinzugehen!

randomhouse.de: Der WWF und Wilfried Huismann haben sich geeinigt
21 Änderungen hat Huismann und das Gütersloher Verlagshaus akzeptiert, damit es ab ungefähr Herbst 2012 eine Neuauflage von dem „Schwarzbuch WWF“ geben kann. Die gerichtliche Auseinandersetzung ist damit vom Tisch. Die bisherige zwei Auflagen dürfen noch abverkauft werden.
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WikiLeaks-Festplatte zerstört [UPDATE]

Laut dem SPIEGEL soll Daniel Domscheit-Berg die Festplatte mit den WikiLeaks-Daten zerstört haben:

Er habe die Dateien „in den letzten Tagen geschreddert, um sicherzustellen, dass die Quellen nicht gefährdet werden“, so Domscheit-Berg. Begründung: WikiLeaks-Gründer Julian Assange könne keinen sicheren Umgang mit dem Material garantieren.

In dem Datenbestand befand sich nach SPIEGEL-Informationen unter anderem die sogenannte „No-Fly-Liste“ der US-Regierung, auf der die Namen von Verdächtigen notiert waren, denen das Betreten eines Flugzeugs untersagt ist. Assange sagte, zu dem Material hätten auch Insiderinformationen aus 20 rechtsextremistischen Organisationen gehört. Domscheit-Berg wollte das nicht bestätigen. Assange fordert seit Jahresanfang die Herausgabe der Daten.

Es ist doch bemerkenswert, dass der SPIEGEL angeblich weiß, was auf einer verschlüsselten und nun zerstörten Festplatte drauf gewesen sein soll. Ebenso ist es interessant, dass Julian Assange wissen will was auf der Festplatte drauf war, wenn er dessen Inhalt noch nie gesehen hat.

Dass Daniel Domscheit-Berg die Daten vernichtet hat, ist ein Rückschlag für Whistleblower. Leute, die teilweise ihr Leben und mindestens ihren Job riskieren, können nichtmal sicher sein, dass ihre Informationen auch wirklich an die Öffentlichkeit geraten, bloß weil sich die Leute der Leaking-Plattform streiten. Und das wird OpenLeaks nun anlasten, da kann Daniel noch so viel versprechen wie er will. Streit ist schließlich auch unter den OpenLeaks-Leuten nicht ausgeschlossen.

Wie Fefe schon schrieb: Daniel hat sich mit der Herausgabe-Bedingung in eine Ecke gebracht, aus der er nicht mehr heil rauskommt. Und leider ist auch der Chaos Computer Club an dieser Eskalation nicht ganz unschuldig, vielleicht wäre die Geschichte ohne den Ausschluss von Daniel ganz anders ausgegangen.

UPDATE:

WikiLeaks hat gerade ein paar Tweets rausgehauen: Sie wiederholen darin die Behauptungen im SPIEGEL (No-Fly-List, 20 Nazi-Organisationen), außerdem sollen 5 GB Daten über die Bank of America dabeigewesen sein und „US intercept arrangements“ für hunderte IT-Unternehmen. Auch 60.000 E-Mails der NPD seien gelöscht worden (wahrscheinlich diese hier?). Woher sie dieses Wissen nehmen, ist immernoch ungeklärt.

WikiLeaks und die Repräsentanten

Sicherlich haben viele den Zickenkrieg mitbekommen: Der Chaos Computer Club (CCC) hat Daniel Domscheit-Berg von OpenLeaks rausgeschmissen. Als Begründung heißt es, Daniel Domscheit-Berg habe dem Club geschadet, weil er bei seinem OpenLeaks-Vortrag dazu aufgerufen hatte, das System zu testen. Vor der Vorstandsitzung hatte Andy Müller-Maguhn aus dem CCC-Vorstand schon dem SPIEGEL ein Interview gegeben, in dem er sagte, dass der CCC kein Gütesiegel vergibt.

Meiner Meinung nach wird das alles sehr hochgespielt, denn irgendwie ist das Camp wie auch der Congress nicht nur ein Treffen zum Vorträge-Lauschen, sondern natürlich auch, um solchen Projekten mal auf den Zahn zu fühlen. Es geht aber wohl noch um einige andere Dinge, z.B. dass Clubräume für Pressetreffen ohne Absprache genutzt wurden oder die berühmte Festplatte, die Daniel Domscheit-Berg von WikiLeaks mitnahm und erst zurückgeben will, wenn WikiLeaks eine sichere Infrastruktur hat. Darüber hatte er auch in seinem Buch geschrieben.

Interessant ist nun etwas anderes: Anke Domscheit-Berg, die Frau von Daniel, hat gestern getwittert, dass Andy Müller-Maguhn „offizieller Repräsentant“ von WikiLeaks ist. Auf der WikiLeaks-Seite sah das so aus:

Heute sieht die Seite so aus:

Ja, Andy Müller-Maguhn wurde entfernt, auch aus dem Quelltext. Zusätzlich wurde auch noch die Datei von „Media.html“ in „Press.html“ umbenannt. Wer den bit.ly-Link aus Anke’s Tweet klickt, erhält jetzt nur noch eine Error-Meldung vom Server.

Ich weiß nicht, wer dort Zugriff auf die WikiLeaks-Seite hat, aber es ist schon erstaunlich, dass ausgerechnet nachdem dieser doch nicht gerade unwichtiger Punkt über Twitter rumging, nun dieser von der Seite verschwunden ist.

Denn: Wenn Andy Müller-Maguhn immernoch „offizieller Repräsentant“ von WikiLeaks ist, so war er auf dem Camp mindestens in einem Interessenskonflikt und hätte sich bei der Sitzung enthalten müssen. Er jedoch soll es gewesen sein, der das ganze überhaupt angestossen hat.

Irgendwie alles ein sehr übles Geschmäckle. Und ich kann nur den Beitrag von Philip Banse empfehlen, der sagt, dass der Rauswurf dem CCC sehr geschadet hat. Dieser Meinung bin ich auch.

Fefe hat auch einiges Schlaues über die ganze Sache geschrieben: eins, zwei, drei, vier.

Was macht eigentlich Helmut Metzner?

Ihr wisst schon, Helmut Metzner, ehemaliger Büroleiter von Guido Westerwelle bei der FDP, der Informationen zu den Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2009 an die US-Botschaft weitergab. Das Vorermittlungsverfahren gegen ihn wurde Anfang Februar eingestellt. Also, was macht der denn jetzt so?

Nun, er macht das, was er am Besten kann: Er hat sich selbstständig gemacht und ist nun als Lobby-Berater oder wie er es nennt „Berater für politische Kommunikation“ tätig.

Natürlich ist er auch weiterhin in der FDP: Als stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Charlottenburg-Wilmerdsdorf in Berlin.