Stikeez – empört euch!

LIDL hat gerade eine Aktion, bei der man Plastikfiguren aus China bekommt, wenn man für mindestens 15 Euro einkauft. Stikeez heißen die, 24 – ich wiederhole: 24! – verschiedene Figürchen haben die da. Und jetzt beschweren sich die Kunden gerade massig auf Facebook (die Medien sprechen natürlich direkt von einem „Shitstorm“, wie sollte es auch anders sein).

Aber halt, bevor ihr applaudieren wollt, dass die Kunden jetzt endlich erkannt hätten dass diese Sammelaktionen nur Bauernfängerei sind und alle keinen Bock mehr darauf haben, lest das hier:

Die Dreingaben waren in vielen Filialen aber schon nach wenigen Tagen vergriffen – obwohl die Aktion bis Anfang Juni laufen sollte. […] Vor allem die Eltern von Kindern reagierten entrüstet. […] In einigen Märkten soll es zu heftigen Streitereien zwischen Kassierern und Verbrauchern gekommen sein. Denn bislang hatte der Konzern jede Nachlieferung kategorisch abgelehnt.

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Innovative Logistik

Sieh an: Ein „vollautomatisches Kommissionierlager“, in dem bis zu 40.000 Artikel eingelagert werden können, die mit Robotern zu den Mitarbeitern zum Verpacken gebracht werden. Klingt nach Amazon? Ist aber Weltbild!

Money-Quote vom Vorsitzenden der Weltbild-Geschäftsführung, Carel Halff:

„Dabei setzen wir bewusst auf innovative Logistik, die die Mitarbeiter entlastet.“

Entlastung ist toll, denn dann braucht man irgendwann auch weniger Mitarbeiter und kann einige von ihnen bequem entlassen. Schließlich hat Weltbild „einen zweistelligen Millionen-Betrag“ in den Bau gesteckt, die müssen ja auch wieder reinkommen – dass die Verkäufe plötzlich steigen werden, nur weil Weltbild jetzt ein Amazon-ähnliches Lager hat, ist eher unwahrscheinlich. Erst im Dezember 2012 gab es bei Weltbild einen Tarifstreik, gebaut wurde seit ca. einem Jahr.
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Übersetzer prangern schlechte Bezahlung bei Random House an

Aus der beliebten Reihe „Der Buchhandel ist genauso schlimm wie Amazon“: Die Übersetzer im Kinder- und Jugendbuchbereich beim zu Bertelsmann gehörenden Verlag Random House haben einen offenen Brief (PDF / Viewer) veröffentlicht, in dem sie über zu niedrige Gehälter klagen. Es werden auch Zahlen genannt:

Die Seitenhonorare bei cbj und cbt übersteigen nur in seltenen Fällen 15 € pro Normseite oder liegen teilweise noch darunter, während andere Verlage bis zu 18 € oder in Einzelfällen auch darüber zahlen (eine Differenz von 20% oder mehr). Auch die Beteiligungssätze weichen bei Random House deutlich von den im BGH-Urteil festgelegten Vergütungsrichtlinien ab – zu Ungunsten der ÜbersetzerInnen: So bieten Sie 0,6% ab 8.000 Expl. für Hardcover statt 0,8% ab 5.000 Expl. (BGH) und 0,3% ab 8.000 Expl. für Taschenbücher statt 0,4% ab 5.000 Expl. (BGH), um nur zwei Beispiele zu nennen.

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