Datums-Trollerei

Da hat der Postillon den Lesern aber einen tollen Streich gespielt: Nachdem bekannt wurde, dass Ronald Pofalla wohl zur Deutschen Bahn gehen wird (nach Eckart von Klaeden der nächste Lobbyismus-Skandal der CDU), hat der Postillon ebenfalls eine solche Meldung online gestellt. Und dann auch noch rückdatiert, sodass es aussieht, als wären alle Medien auf den Postillon reingefallen.

Indizien für die Rückdatierung gibt es genug, doch trotzdem glauben einige, dass die Meldung zuerst vom Postillon kam. Dabei ist es auch gar nicht so schwer, diese Inszenierung zu machen und aufrecht zu erhalten.
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Spying NSA (Song + Lyric)

Auf der Crypto-Konferenz Crypto 2013 rump session wurde ein Song über die NSA präsentiert. Mit der Melodie von „Surfin‘ USA“ wird „Spying NSA“ gesungen:

(Direktlink)

Was mir besonders gefällt ist das Aufzählen der Abhörstationen im Refrain. Sehr schön, ich habe die mal verlinkt. Die Ironie der Geschichte ist, dass der Auftritt mit Google Glass aufgenommen wurde und ein (von der Rump Session abgespaltener) Teil der Konferenz unter anderem von Google und Microsoft gesponsort wurde. :-D

Hier der Songtext zum Mitsingen:
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DRadio Wissen nimmt Yahoo!-Rant offline

Mario Sixtus, bekannt als „Elektrischer Reporter“, hat für Deutschlandradio Wissen einen Rant über Yahoo! und dessen Bilderdienst Flickr mit dem Titel „Der Todesstern des Internets“ eingesprochen. Das an sich ist nichts Spektakuläres, jedoch hat DRadio Wissen den Beitrag relativ schnell wieder offline genommen.

Und jetzt wird es interessant, denn Mario Sixtus schreibt:

Ich habe gerade mit Ralf Müller-Schmid, Redaktionsleiter von DRadio Wissen, telefoniert. Er hat veranlasst meinen Kommentar offline zu nehmen, da DRadio Wissen einen Großteil seiner unter Creative Commons stehenden Illustrationsfotos via Flickr bezieht. Herr Müller-Schmid erklärte, er wolle nicht Gefahr laufen, „Double Standards“ bezichtigt zu werden. Trotz eines längeren Telefonats kann ich seine Position nicht teilen, akzeptiere sie aber wohl oder übel.

Soso, Angst vor Doppelmoral-Vorwürfen. Ziemlich unglaubwürdig, wo doch jeder etwas zu meckern hat, wenn er Dienste nutzt. Wenn ich daran denke, wie Facebook-Nutzer über Spiele und schlechtes handling der Seite klagen oder Twitter-Nutzer immer wieder über den Fail-Whale erbost sind, die Dienste dennoch weiternutzen.

Bemerkenswert ist, dass man hierdran sieht, wie einfach die innere Schere in den „klassischen“ Medien funktioniert: Nur weil ein Dienst genutzt wird, darf er nicht kritisiert werden. Und sowas nennt man dann „Pressefreiheit“.

Wenigstens kann man den Beitrag drüben bei Mario Sixtus hören. Im Kern hat er durchaus recht, obwohl ich hier im Blog Flickr-Fotos nutze und die CC-Suche bei Flickr besser ist als bei Google, so ist Flickr alles andere als modern. Das trifft übrigens auch auf die Website von DRadio Wissen zu, welche ebenfalls aussieht als sei sie von 2005 und Flash statt HTML5 nutzt.

Greenpeace gegen Facebook

Greenpeace hat ein Video veröffentlicht, in dem Facebook vorgeworfen wird, sein Rechenzentrum mit Kohlestrom zu füttern und daher der Umwelt zu schaden.

Eigentlich finde ich Greenpeace gut und wichtig, aber da haben sie meiner Meinung nach auf das falsche Pferd gesetzt. Zum einen ist fraglich, ob Facebook darauf wirklich reagieren wird. Im Gegensatz zu Nestlé glaube ich kaum, das die Facebookuser irgendwas androhen – selbst bei den umstrittenen Datenschutzumstellungen im Mai gab es nur wenig Facebook-Austritte.

Zudem frage ich mich, was das überhaupt soll. Denkt Greenpeace wirklich, das nur Facebook Server benutzt, die nicht gerade umweltfreundlich sind? Ich vermute mal, das von allen Servern dieser Welt die ans Internet angeschlossen sind 80-90% nicht umweltfreundlich sind. Green IT hat sich noch nicht überall durchgesetzt.

Im März 2010 hat Greenpeace sogar selbst dazu eine Studie veröffentlicht (PDF), in der auf Seite 9 folgendes zu sehen ist:

Laut Basicthinking wird der Strom im Facebook-Rechenzentrum zu 59% aus Kohlenenergie gewonnen. Wenn wir nun nochmal auf die Grafik gucken sehen wir, das Microsoft mit 79% Stromerzeugung aus Kohlenstoff weitaus schlimmer ist. Doch warum wird Microsoft in der Kampagne nicht an den Pranger gestellt, wo die doch viel schlimmer sind als Facebook?

So sieht die Kampagne nach einem Facebook-Bashing aus, was schon bei Illse Aigner ziemlich in die Hose gegangen ist (oder wer nimmt die jetzt noch bei ihren Statements zu Internetsachen ernst, nachdem sie vor Facebook geflüchtet ist anstatt ein Gesetz auszuarbeiten?). Ein ähnliches Resultat wird wahrscheinlich auch Greenpeace ereilen, denn es gibt viele Anbieter, die nicht bei Webhostern sind, die 100%tig „grünen Strom“ in ihr Rechenzentrum einspeisen.

In dem Bezug habe ich mich mal erkundigt, wie es denn hier auf dem Blogserver aussieht. Laut Webhostlist wird Ökostrom verwendet, auf der Website des Rechenzentrums habe ich jedoch gar nichts darüber gefunden. Dafür wird laut meinem Webhoster aber 100% Ökostrom verwendet.