Zack!

Der Preis für die beste Integration einer Print-Überschrift in den Online-Auftritt 2012 geht an das Hamburger Abendblatt:

abendblatt-gebuehren

Der Artikel “Zack! – Und gleich kostet es Gebühren” handelt aber nicht von den irrsinnigen Paywalls der Zeitungsverlage sondern natürlich von dem neuen Rundfunkbeitrag (ehemals GEZ) und der Verschiebung der neuen GEMA-Clubtarife. Übrigens, mobil ist der Artikel ohne Paywall sichtbar (Vorsicht, Springer-Zeitung).

Links 13

Neue Links, diesmal mit ganz viel digitaler Demenz.

CARTA: Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz”
Martin Lindner, selbst Hirnforscher und Dr.phil.habil. (Literaturwissenschaft, Semiotik, Medienwissenschaft) über Spitzers Buch:

Sobald man ein klein wenig näher hinschaut (was NormalleserInnen nicht tun und auch kaum können), sieht man, dass es hier keine (!) klaren wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, die als bewiesen gelten dürfen – obwohl Spitzer ständig gegen seine Feinde, die Medienpädagogen, polemisiert und auf “über 200 Studien” verweist, die er ausgewertet habe.

taz: Keinen Plan vom Netz
André Spang, twitternder Lehrer und Pianist:

Wenn man das Netz produktiv nutzt, dann wird es auch den Verstand fordern. Oberflächlicher Konsum hingegen selbstverständlich nicht. Genau hier liegt aber das pädagogische Potenzial: Dass Schüler lernen, Inhalte produktiv und ihren individuellen Fähigkeiten entsprechend zu gestalten. Dabei selbstbestimmt vorzugehen und sich auch Fragen, Ziele und Antworten selbst zu stellen.

Der Artikel ist sehr lesenswert, denn er schreibt dort auch, wie man z.B. Blogs und Wikis im Unterricht einbinden kann. Das klingt alles sehr vernünftig.
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Manipulierte Verkaufszahlen

Ich weiß nicht wie das bei euch ist, aber ich betrachte Auflagenzahlen von Zeitungen immer kritisch. Und ich finde sie bedeutungslos, weil die Anzahl der Leser ohnehin nicht messbar ist. Das ist wie mit den Fernsehquoten: Es hilft nicht, nur einen paar Leute zu fragen und das dann hochzurechnen.

Und hier haben wir auch einen Fall, wie man diese Statistiken manipulieren kann: Die österreichische Zeitung “News” (welch einfallsreicher Name) hat über Jahre hinweg falsche Verkaufszahlen gemeldet. Ja, richtig gelesen: Die Verlage liefern die Verkaufszahlen! Das wäre ungefähr so, wie wenn RTL die Anzahl der eigenen Fernsehzuschauer bekannt geben würde. Was für eine Farce.

Döpfner: Zeitungen haben Zukunft

Die Axel Springer AG will die WAZ kaufen. Achtet dabei auf das dortige Zitat von Mathias Döpfner, dem Springer-Chef:

[...] teilte Döpfner in freundlich-optimistischem Ton mit, dass seiner Meinung nach Zeitungen und Zeitschriften “auch langfristig … eine attraktive Zukunft haben” [...]

Na, da sind wir aber alle beruhigt. Noch Ende Juni sagte Döpfner in der Debatte um die Tagesschau-App nämlich folgendes:

“Wenn Gratisangebote der Öffentlich-Rechtlichen den Privaten das Geschäftsmodell in der digitalen Welt zerstören, wird es in den nächsten zehn Jahren Zeitungspleiten geben. Und dann werden irgendwann Gremien zusammentreten, um die Zukunft des Qualitätsjournalismus zu retten und den Zeitungen gnädig Gebühren anbieten.”

Das können wir dann wohl mal als Propaganda beerdigen, denn laut Döpfner haben Zeitungen ja eine langfristige und attraktive Zukunft.

Man sollte vielleicht öfters mal Briefe von Herrn Döpfner veröffentlichen um die Propaganda von Springer zu entlarven. Und wo wir bei der WAZ waren, die haben da rein zufällig auch eine Leaking-Plattform… :-)

Medienbetrollung: UniOS

Maik Mixdorf, 18jähriger Schüler aus Lünen in NRW, hat in letzter Zeit damit Aufsehen erregt, dass er laut Presseberichten zusammen mit Freunden ein Betriebssystem entwickelt haben will, auf dem sowohl Windows- als auch Apple-Programme problemlos laufen: UniOS. Schon im Mai gab es Berichte darüber, da hieß es noch “Chairs”. Der Höhepunkt war ein RTL-Bericht, in dem Mixdorf als “der wohl vielleicht klügste Kopf NRWs” bezeichnet wurde.

Golem hat den Entwickler besucht und festgestellt, dass da nichts dran ist. Programme liefen nicht, Quelltext durfte nicht überprüft werden, Fragen wurden mit Floskeln oder Ausreden abgebügelt.

Am Ende hat sich nun rausgestellt, dass es ein Win XP mit Addons ist. Es ist also kein eigenes Betriebssystem, die Medien haben sich auf die reinen Behauptungen des Schülers verlassen. Glückwunsch zu diesem Medientrollen. :-)

(Danke, Rhodan)