Der SPIEGEL hat etwas zum Zensus, was sehr interessant ist. Es geht darum, dass in dem Fragebogen zur Haushaltsbefragung (also wenn der Volkszähler an der Tür klingelt und mit einem Fragebogen wedelt) man gezwungen ist, eine Religion anzugeben:
Der Fragebogen erzwingt also quasi ein religiöses Bekenntnis von Leuten, die Glaube und Kirche fernstehen, weiter aber dafür Steuern zahlen. Zweifler oder gar Ungläubige, die aus Bequemlichkeit, Tradition oder sonstigen Gründen – etwa, weil sonst der Job flöten ginge – in der Kirche bleiben, gibt es offiziell in Deutschlands Kirchen nicht, das ist damit geklärt.
Was erfährt man auf diese Weise? Die Zahl der bereits über die Steuerregister erfassten Kirchensteuerzahler, und nicht viel mehr. Die werden statistisch in Gänze als “religiös” verbucht. Und nicht nur die.
Ja, wer denn noch? Richtig, die ganzen Schein-Religionen:
Anhänger des Druidentums, des Wicca-Hexenkults, begeisterte Esoteriker oder Satanisten haben ebenfalls kein Problem, ihr Kreuz zu setzen.
Sie gelangen von “keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft” im – immerhin freiwillig zu beantwortenden – Frageblock 8 problemlos zu “Sonstige Religion, Glaubensrichtung oder Weltanschauung”. So fallen dann auch die Troll-Anhänger in die Gemeinschaft der Gläubigen.
Na prima. Und was dürfen wir dann erwarten?
Im Ergebnis der Statistik dürfen wir also einen Anstieg der Zahl religiös orientierter Menschen erwarten. Beim Zensus kommt keine vertiefte Information zu diesem Thema heraus, sondern eine völlig verfälschte: Statistisch wird Deutschland so quasi zum Gottesstaat.
Ach du scheiße. Da wird sich die CDU freuen und bestimmt gleich einen Plan aushecken, wie zukünftige kritische Gesetze mit der Bibel begründet werden können.
In dem Bericht steht weiter, dass das statistische Bundesamt sich diesem Problem bewusst ist. Zum SPIEGEL haben sie gesagt, Religionen lassen sich “schwer systematisieren” (ach ne!) und dass das Gesetz nunmal so mit diesen Formulieren verabschiedet wurde.
Schwarzer-Peter-Weiterschieben ist das einzige, was Behörden wirklich gut können.
Der SPIEGEL hat etwas zum Zensus, was sehr interessant ist. Es geht darum, dass in dem Fragebogen zur Haushaltsbefragung (also wenn der Volkszähler an der Tür klingelt und mit einem...